Fassungslos lie? Lucien sich auf sie ein. Emmanline küsste ihn ein zweites Mal aus freien Stücken... und für einen Moment fühlte es sich an, als würde sein Herz stillstehen. Nie in seinem Leben war ihm etwas Wichtiger gewesen, als ihr zu zeigen… wie viel sie ihm bedeutete. Es hatte ihn ungeheuer viel Kraft gekostet… all seine Gefühle zuzulassen und in Worte zu fassen. Alles, was er tun konnte, war... sein Herz sprechen zu lassen. Anscheinend hatte Lucien genau das Richtige getan, denn all seine Mühe und Sorge wurden jetzt belohnt. Niemals würde er behaupten, seine Angst, sie zu verlieren, sei unbegründet gewesen… das hier war keine Selbstverst?ndlichkeit. Er sch?tzte diesen Moment mehr als seinen gr??ten Schatz in seiner H?hle… mehr als Gold, Diamanten oder Rubine, die er besa?… und doch war es nichts im Vergleich zu der Erleichterung, die ihn jetzt durchstr?mte. Dennoch durfte Lucien sich nicht in falscher Sicherheit wiegen… Emmanline blieb vorsichtig... misstrauisch. Deshalb schwor er sich inst?ndig, ihr jeden Tag aufs Neue zu beweisen, wie wichtig sie ihm war. Dieses Versprechen war ernst… fast heilig. Diese Frau würde ihm nicht so schnell entkommen.
Hingebungsvoll lie? Lucien sich ihr vollends ?ffnen, genoss jede Initiative, die von ihr ausging. So schnell würde er keine Gelegenheit mehr bekommen. Zugleich wollte er ihr zeigen, dass er Emmanline niemals unterdrücken würde… und dass sie Macht über ihn besa?, die er freiwillig anerkannte. Langsam, qualvoll und doch voller Lust glitten ihre H?nde über seine nackte Haut. Lucien selbst war überrascht, wie schnell er seine Kleidung abgelegt hatte… ohne sich wirklich von ihr zu l?sen. Selbst eine einzige Sekunde ohne Berührung fühlte sich jetzt wie eine Qual an. ?Mehr…“ st?hnte Lucien gegen ihre hei?en, weichen Lippen, w?hrend seine H?nde ihren Rücken hinauf- und hinunterglitten. Ihre Haut war so geschmeidig, so zart… ein Gefühl, das er niemals vergessen würde. Z?rtlich wanderten ihre H?nde seiner Brust hinauf, bis sich ihre kleinen Finger in seine breiten Schultern gruben. Es jagte ihm eine G?nsehaut über seinen harten K?rper und Lucien konnte nicht mehr anders… als sich ihr weiter entgegenzudr?ngen. Je n?her er ihr kam, desto fester presste sich sein hartes Glied gegen ihren flachen Unterleib.
Gemeinsam keuchten sie auf… und ab jetzt konnte Lucien sich nicht mehr bremsen. Mit einem Ruck stand er auf und zog sie mit sich. Emmanline entfuhr ein überraschter Schrei. Hart presste er sich gegen sie und drückte sie an die nasse Duschwand. Ihre schlanken Beine schlangen sich um seine Hüften, ihr schneewei?es Haar, viel nass und klebend ihren Rücken hinab, ihre Arme um seinen Hals, um nicht den Halt zu verlieren. Mit einem einzigen, tiefen Sto? drang Lucien in ihre feuchte Hitze ein.
Emmanline schrie überrascht auf. Lucien hatte es l?ngst gespürt... wie nass und bereit sie war. Ihr Duft stieg ihm in die Nase, hei? und unverkennbar erregend. Sofort umschloss ihre Mitte ihn, eng wie warmer Samt. Er biss die Z?hne zusammen, k?mpfte gegen den Drang, sofort in ihr zu explodieren. Ihr Inneres zog sich rhythmisch um seinen Schwanz zusammen, so fest, dass ihm schwindelig wurde. Keine andere Frau hatte ihn je derart an den Rand des Wahnsinns gebracht.
Pl?tzlich ein scharfes Zwicken an seiner Schulter. Emmanline biss zu... nicht tief, nur genug, um Funken durch seinen K?rper zu jagen. Er st?hnte lang und tief. Die restliche Kontrolle zerbrach endgültig. Hart rammte Lucien sich in sie, presste sie gegen die nasse Wand. Seine H?nde umfassten ihr Ges??, hielten sie, schützten sie vor dem harten Stein und gaben ihm die Macht, jeden Sto? zu lenken. Er zog sich fast ganz zurück... nur die Spitze blieb in ihr... wartete den winzigen Moment, bis sie ihm mit den Hüften entgegenkam. Dann stie? er tief zu, spürte jede Zuckung, jeden Millimeter, den er sie ausfüllte. Das hier war kein Ritt mehr. Es war besser, wilder, echter... als jede Fantasie, die er je gehabt hatte.
Emmanline kam mit einem lauten, abgehackten Schrei. Ihr Inneres zog sich krampfartig zusammen, molk ihn erbarmungslos. Er hielt noch durch... beim ersten Mal. Beim zweiten Orgasmus von ihr brach es über ihn herein. Mit einem rauen Brüllen kam Lucien, pumpte sich in hei?en Schüben in sie, bis er leer war, zitternd, atemlos. Sie hingen ineinander verschlungen unter der Dusche ohne Wasser über ihren K?rpern. Keuchend. Verschwitzt. Kein Wort n?tig. Ihre K?rper sagten alles.
Diese Frau geh?rte ihm. Daran hatte Lucien nie wirklich gezweifelt... und jetzt erst recht nicht. Emmanline war seine Seelenverwandte. Manchmal fragte er sich immer noch, womit er sie verdient hatte. Doch je l?nger er nachdachte, desto weniger wollte er die Antwort wissen. Jede Erkl?rung würde nur neue Zweifel s?en. Eines stand fest... niemand würde sie ihm je nehmen. Dafür würde er sorgen. Und seine m?chtige innere Bestie erst recht.
?Oh Gott…“ keuchte Emmanline hei? an seinem Ohr. Der Klang ihrer belegten Stimme, der feuchte Atem an seiner Haut... das reichte. Lucien wurde sofort wieder hart, seine Erektion wuchs in ihr, unnachgiebig und fordernd. Emmanline st?hnte überrascht auf, ihre inneren W?nde zuckten reflexartig um ihn. Sie hatte nicht damit gerechnet... aber ihr K?rper war genauso wenig fertig mit ihm... wie seiner mit ihr.
Nach weiteren Orgasmen... ihren, seinen, die ineinander übergingen... lagen sie schlie?lich Arm in Arm auf dem Bett... die samtig-schwarzen Laken zerwühlt und feucht. Wie sie aus der Dusche hierhergekommen waren, wusste Lucien sp?ter nicht mehr zu sagen. Die Welt hatte aufgeh?rt zu existieren. Es gab nur noch sie in seinem Blickfeld.
?Zu viel…“, murmelte Emmanline matt gegen seine verschwitzte Brust. Ihre silbernen Augen waren halb geschlossen, die Lider schwer vor Ersch?pfung. Selbst ihn hatte es ausgelaugt. Zum ersten Mal spürte Lucien echte, tiefe S?ttigung... nicht nur k?rperlich, sondern bis in die Knochen. Emmanline gab ihm etwas, das er immer gesucht hatte, ohne den Namen dafür zu kennen. Sie war der Puls in seinem Leben, der sein Herz jedes Mal schneller schlagen lie?.
?Wenn ich dich am Ende immer so halten darf…“, schmunzelte Lucien leise, ?dann gebe ich dir noch viel mehr... als das von eben.“
Emmanline seufzte müde, aber ein winziges, kaum sichtbares Schmunzeln auf ihren Mundwinkeln. ?Du bist unm?glich… wei?t du das?“
Leicht lachend zog Lucien sie enger an seinen harten K?rper. ?Ich denke... das wei? ich.“ Dann wurde seine Stimme ernst. Seine Augen glommen golden auf, warm und intensiv. ?Aber genau so bin ich nur... bei dir. Bei keiner anderen.“
Emmanline spürte die Ver?nderung sofort. Sie hob ihren Kopf, schaute ihn still an. Ihre silbernen Augen waren in diesem Moment unergründlich, fast verschlossen. ?Wie lange… wusstest du schon, dass ich deine Seelengef?hrtin bin?“ Ihre Stimme klang pl?tzlich ganz ernst.
Lucien konnte der Frage nicht ausweichen. ?Seit dem Moment, als ich dich mit Malatya auf der Lichtung gefunden habe… als sie sich zum ersten Mal in einen Drachen verwandeln konnte.“
Emmanline schnappte nach Luft. Ihre Augen weiteten sich, sie stemmte sich ein wenig hoch, um ihm direkt ins Gesicht zu sehen. ?So lange... schon?“, flüsterte sie.
?Ich wollte es dir früher sagen. Zweimal sogar. Aber jedes Mal kam etwas dazwischen.“ Lucien hielt kurz inne, die Worte schwer auf seiner Zunge. ?Und ich hatte… ein ungutes Gefühl dabei... wie du reagieren würdest.“ Seine Stimme wurde fester, aber ehrlicher. ?Ich wei?, dass dich das schockiert. Aber ich kann nicht anders, Emmanline. Deshalb h?nge ich so an dir… deshalb will ich dich beschützen, dir alles geben, was du brauchst. Es ist nicht nur ein Instinkt. Ich tue es, weil du mir wirklich am Herzen liegst.“ Er schluckte. ?Ich sage das nicht, um dich zu überzeugen oder… um dich wieder ins Bett zu kriegen. Letzte Nacht war nicht geplant. Ich schw?re es bei meiner Ehre.“ Lucien versteifte sich spürbar. Die Nervosit?t stand ihm ins Gesicht geschrieben. Er konnte sie nur noch ansehen... und warten.
Emmanline hielt seinem Blick stand, dann wandte sie sich ab und presste sich eng an ihn. ?Ich glaube dir“, flüsterte sie, w?hrend ihre Hand sanft über seine Brust glitt... genau über dem rasenden Herzen darunter. ?Es war nur… ein Schock. Ich habe nie damit gerechnet.“ Sie atmete tief ein, als müsste sie sich sammeln. ?Ich wei?, wie ihr Drachen mit euren Seelengef?hrten umgeht… und umgekehrt. Seit ich hier bin, habe ich es gesehen... diese Hingabe, diese Tiefe. Es ist so anders als alles, was ich je kannte.“ Ihre Stimme wurde leiser, fast zerbrechlich. ?Am Anfang wollte ich das nicht wahrhaben. Ich wollte glauben, es sei alles nur T?uschung. Ich wollte nichts Gutes in euch sehen.“ Luciens Drache brüllte gequ?lt in seinem Inneren auf. Der Schmerz seiner Gef?hrtin traf ihn immer wieder wie ein Messer... mitten ins Herz. Er wollte sie halten, sie heilen, alles von ihr nehmen... was sie qu?lte.
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?Was ich verstehen kann“, sagte er rau. ?Ich wei? nicht, was du alles durchgemacht hast… aber allein der Gedanke, dass du unter Culebras Fuchtel gelebt hast…“ Seine Stimme brach fast. ?Mit jedem Tag w?chst meine Wut. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr lodert es in mir.“ Glühten seine Augen voller goldener hei?er Glut des Hasses.
?Bitte nicht.“ Emmanline schüttelte leicht ihren wei?en Schopf, ihre Stimme zitterte. ?Nicht hier. Ich will ihn nicht einmal in meinen Gedanken haben... solange wir so daliegen.“ Sie schluckte schwer. Lucien spürte ihre innere Zerrissenheit... wie ein Beben, das durch sie beide ging. ?Ich muss es einsehen… ich fühle mich dir nah. Verbunden. Es ist derselbe Drang, immer in deiner N?he zu sein... und er wird st?rker... je l?nger ich es zulasse. Deshalb habe ich mich in der Schlacht vor dich geworfen. Weil mein Inneres… dich beschützen musste.“
Langsam verebbte das Feuer in ihm. Sie hatte recht. Dieser Moment geh?rte nur ihnen. ?Du hast recht“, murmelte Lucien leise und strich z?rtlich über ihren Oberarm. ?Er hat hier nichts verloren.“ Sein K?rper spannte sich dennoch an, als die Erinnerung hochkam... wie sie leblos in seinen Armen gelegen hatte. ?Ich halte es kein zweites Mal aus… wenn du dich wieder in so eine Gefahr wirfst.“ Seine Stimme war rau, fast flehend. ?Versprich es mir.“
?Ich kann dir nicht alles garantieren“, sagte Emmanline ruhig, doch ihre Stimme bebte. ?Aber dann musst du es auch versuchen. Bring dich nicht unn?tig in Gefahr.“ Sie holte tief Luft. ?Wenn das zwischen uns wirklich ist… dann ertrage ich es nicht, wenn dir etwas passiert. Noch einmal stehe ich das nicht durch. Ich habe die einzige Person verloren, die ich je hatte. Ich will nicht wieder fühlen müssen… dass ich alles verlieren k?nnte.“
Die Worte trafen Lucien wie ein Schlag in die Magengrube. Instinktiv schlang er seine starken Arme fester um sie, zog sie an sich, bis kein Millimeter mehr zwischen ihnen war. Sein Kinn ruhte auf ihrem schneewei?en Haar. ?Du wirst mich nicht verlieren. Niemals“, sagte er mit harter, entschlossener Stimme. ?Du bist mein… und ich bin dein. Nichts trennt uns. Nicht einmal der Tod. Ich folge dir überallhin. Bis in alle Ewigkeit.“ Emmanline klammerte sich an ihn, vergrub ihr Gesicht an seiner nackten Brust. Lucien spürte, wie viel Mut und Kraft es sie kostete, sich wirklich fallen zu lassen... ihm zu glauben. Ihr alter Schmerz schnürte ihm die Kehle zu, machte ihm das Atmen schwer.
Eine tiefe, warme Stille breitete sich zwischen ihnen aus. Kein unangenehmes Schweigen. Nur die N?he, die sie beide gerade brauchten. Emmanline atmete tief ein, als müsste sie sich wappnen. ?Ich… ich muss dir noch etwas sagen“, begann sie leise. ?Es geht um... deine Mutter.“
Lucien zuckte zusammen. Der Schmerz war noch roh, noch nicht verheilt. ?Was ist?“, fragte er angespannt. Behutsam l?ste Emmanline sich aus seiner Umarmung und setzte sich auf. Einige lange, wei?e Str?hnen fielen ihr über die Schulter. Sie blickte ihm tief in die Augen... suchend, fast flehend. Lucien richtete sich ebenfalls auf. ?Was ist es, Emmanline?“ Seine Stimme klang dr?ngend. Ihr silberner Blick lie? ihn nicht los.
Emmanline musterte ihn einen langen Moment, als würde sie in seinem Gesicht nach etwas suchen. Dann schien sie zu finden, was sie brauchte. ?Als du dich mit deinen Kriegern zurückgezogen hattest… erschien mir deine Mutter. Sie wollte mir etwas sagen. Deshalb bin ich mit ihr gegangen.“ Sie senkte ihren Blick, die Schultern sanken leicht. ?Ich wollte es dir früher erz?hlen. Aber… ich fand nie den richtigen Moment. Und als du so wütend auf mich warst… wusste ich nicht mehr, wie ich es ansprechen sollte.“
?Emmanline…“, flüsterte Lucien ihren Namen, fast wie ein Gebet. Schuld drückte ihm die Brust zusammen... schwer, erstickend. Er hatte ihr die Schuld gegeben. Er hatte sie verletzt. ?Es tut mir leid“, sagte er rau und legte sanft eine Hand an ihre Wange, hob ihr Gesicht an, bis sie ihn wieder ansah. ?Es war nicht fair. Nicht dir gegenüber.“
?Ich wei?“, sagte Emmanline ruhig. ?Und ich kann es verstehen. Du warst verletzt durch den Verlust… und ich wei?, wie schwer so etwas ist. Wut und Trauer sind meist das Erste, was bleibt.“
?Das rechtfertigt trotzdem nicht, dass ich meine ganze Wut an dir ausgelassen habe… ohne dir auch nur einmal zuzuh?ren“, brummte Lucien, die Selbstvorwürfe schwer in der Stimme. Er hasste sich in diesem Moment fast dafür.
Emmanline blickte ihn klar und offen an. ?An dem Tag hat mir deine Mutter vieles erz?hlt. Zum gr??ten Teil ging es um den blutroten Rubin.“ Ihr Blick wanderte zur Kommode. Im selben Augenblick manifestierte sich der Stein dort... ruhig, still, pulsierend in tiefem Rot. ?Ich wei?, dass etwas in ihm wohnt. Sie erkl?rte mir… dass bei jedem Tod eines Drachen dessen Seele in diesen Stein gebannt wird… ohne je echte Erl?sung zu finden.“ Emmanline atmete leise aus. ?Das würde auch erkl?ren, warum ich Stimmen h?re. Verzerrt, fern… fast wie aus einer anderen Welt. Ich habe dir davon schon einmal erz?hlt.“
?Ja“, murmelte Lucien. ?Das hast du.“ Er h?rte ihr aufmerksam zu, die Augen fest auf sie gerichtet.
?Sie meinte, es sei selbst für sie unerkl?rlich… warum sich dieser Rubin ausgerechnet an mich gebunden hat. Aber sie ist überzeugt, dass eine Bedeutung dahintersteckt.“ Emmanline hielt inne, die Stirn leicht gerunzelt. ?Je l?nger ich darüber nachdenke, desto verwirrter werde ich.“ Nach einem kurzen Schweigen fuhr sie fort. ?Deine Mutter vermutete… dass ich vielleicht die L?sung für eure Erl?sung sein k?nnte.“ Sie schüttelte kaum merklich ihren Kopf. ?Ich kann dem nicht zustimmen. Ich habe nichts mit diesem Stein zu tun. Ich hatte ihn zuvor noch nie gesehen.“ Ihre Stimme wurde fester, fast trotzig. ?Ja… ich fühle mich zu ihm hingezogen. Und es scheint, als w?re es umgekehrt genauso. Aber wie soll ich die L?sung für einen Fluch sein, der seit Tausenden von Jahren auf euch lastet? Das passt nicht zusammen.“ Emmanline sah ihn ernst an, die silbernen Augen dunkel vor Sorge. ?Denn wenn ich die L?sung w?re… müsste ich gleichzeitig die Schuldige sein. Diejenige, die euch dieses Unheil auferlegt hat. Doch das kann nicht sein. So alt bin ich bei Weitem nicht.“
Die ganze Zeit hatte Lucien Emmanline unverwandt angestarrt, doch nun richtete er seinen Blick auf den blutroten Rubin, der schon seit vielen Jahren in seinem Besitz war und den er nie richtig verstanden hatte. Er h?tte niemals gedacht, dass dieser Stein wertvoller sein k?nnte als jedes einzelne Leben seiner Rasse, und die Erkenntnis, dass niemand... nicht einmal sein Vater, der ihm den Rubin einst pers?nlich überreicht hatte... ihm je die Wahrheit darüber gesagt hatte, lie? ihn innerlich erstarren. Stattdessen hatte Lucien ihn achtlos zwischen all den anderen Sch?tzen seines Horts liegen lassen, ohne zu ahnen, was er wirklich bedeutete, und diese Vorstellung... dass Emmanline wom?glich etwas damit zu tun haben oder gar Schuld daran tragen k?nnte, verwirrte ihn so tief, dass er für einen Moment kaum klar denken konnte.
Da kam ihm ein Gedanke, den Lucien vorsichtig formulierte: ?Nehmen wir einmal rein theoretisch an, du h?ttest tats?chlich etwas mit diesem Fluch zu tun.“ Emp?rung flammte sofort in ihrem bezaubernden Gesicht auf, doch selbst in diesem Moment der Wut blieb sie atemberaubend sch?n, und sein Drache grollte tief in ihm zustimmend. ?Nur rein theoretisch, Emmanline“, fügte Lucien rasch betonend hinzu und hob beschwichtigend die H?nde, weil er sich kein Urteil erlauben wollte, ?was ist mit deiner zweiten H?lfte? Du bist zur H?lfte Elfe, aber... die andere H?lfte ist etwas, das ich nicht kenne... etwas, das ich spüre... ohne es greifen zu k?nnen.“
Ihr Mund ?ffnete sich leicht, Schock zeichnete sich in ihren Zügen ab, und je l?nger Emmanline darüber nachdachte, desto tiefer zog sich ihre Stirn in Falten, bis sie schlie?lich ungl?ubig flüsterte: ?Das… das kann nicht sein.“
?Dann sag mir, was du bist“, entgegnete Lucien ruhig, doch der Blick, den sie ihm nun zuwarf, tat ihm k?rperlich weh... ihre silbernen Augen wurden pl?tzlich resigniert, fast leblos, als h?tte eine alte, tief vergrabene Erinnerung sie eingeholt. ?Das kann ich nicht“, sagte sie eiskalt und gnadenlos, wandte sich ab, schwang die Beine über die Bettkante und setzte sich aufrecht hin. Ihr wei?es Haar umgarnte ihren K?rper auf sinnliche Weise. ?Das geht nicht.“
Lucien verstand sofort, dass er vor ihrem gr??ten Geheimnis stand... etwas, das sie nicht teilen würde... weder jetzt noch vielleicht jemals. Egal wie viel Vertrauen zwischen ihnen wuchs. ?Gut“, sagte er schlie?lich und zwang sich zur Ruhe, obwohl es ihn innerlich schmerzte, ?dann musst du es auch nicht. Aber wenn irgendwann etwas ist, Emmanline… du kannst jederzeit zu mir kommen. Einverstanden?“
Der überraschte Blick, den Emmanline ihm über die Schulter zuwarf, verriet ihm, dass sie mit Druck, mit Fragen oder mit Sturheit gerechnet hatte, nicht mit dieser stillen Akzeptanz, und dennoch blieb eine bohrende Frage in ihm zurück... wie sollte er sie wirklich beschützen, wenn er nicht einmal wusste, wer sie in ihrem tiefsten Inneren war?
Pl?tzlich stand Emmanline auf und ging langsam zur Kommode hinüber, auf der der blutrote Rubin lag... vollkommen nackt, ohne jede Scham, und... es st?rte ihn nicht im Geringsten. Im Gegenteil... Lucien liebte diesen Anblick, ihre grazile Gestalt, die milchige Haut, das schneewei?e Haar, das jetzt trocken in sanften Wellen ihren Rücken hinab floss wie flüssige Seide. Vor allem so ungehemmt und unverstellt war sie die reinste Versuchung... und die Erinnerungen an ihre Vereinigung brannten noch so lebendig in ihm, dass er leise in sich hinein st?hnte.
Was für ein Hintern… den ich am liebsten stundenlang anbeten würde, dachte Lucien, und sein K?rper reagierte sofort, weil er l?ngst wusste, dass er von ihr niemals genug bekommen würde... nicht in diesem Leben und in keinem anderen.

