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55. Lucien

  Lucien schüttelte kaum merklich den Kopf. Er durfte es ihr nicht sagen. Noch nicht. Wenn Emmanline jetzt erführe, dass sie seine Gef?hrtin war... die Eine, die das Schicksal ihm zugedacht hatte... würde sie zurückweichen. Vielleicht für immer fliehen. Das würde er nicht ertragen. Nicht jetzt, da sie endlich in seinen Armen lag. Sein Drache tobte, brüllte und Riss an den unsichtbaren Ketten, die Lucien sich selbst angelegt hatte.

  Sie geh?rt uns, knurrte die Bestie in seinem Inneren. Nimm sie. Markiere sie. Sag es ihr.

  Lucien biss die Z?hne zusammen, bis sie knirschten. Lange würde er das Tier nicht mehr b?ndigen k?nnen. ?Wirst du es annehmen?“ Die Frage durchschnitt die lastende Stille. Sie war mehr als nur Worte... sie war ein Schwur, ein Anspruch, ein letztes Flehen. In seinem Volk war es uralte Sitte... Der Drache schenkte seiner Seelengef?hrtin ein Geschenk, die aus seinem eigenen Wesen geboren wurde. Dieser Dolch aus Dragonit war vor Jahrhunderten in einer einzigen Nacht der Raserei entstanden... aus Luciens Blut, aus seiner Magie, aus der Glut seines Herzens. Damals hatte er nicht gewusst und verstanden, wofür ein Dolch. Heute wusste er es. Das Schicksal hatte gewusst, dass seine Gef?hrtin keine Klauen besa?. Keine Schwingen. Kein Feuer. Emmanline war zerbrechlich wie Morgentau und doch st?rker, als sie ahnte. Das absolute Gegenteil von allem, was er war... und genau deshalb unverzichtbar. ?Ich bitte dich“, flüsterte Lucien in ihr sch?nes Haar, die Stimme rau vor unterdrücktem Verlangen. ?Nimm ihn an.“ Sein Herz schlug gegen ihre Stirn, ein Trommelwirbel aus Besitz und Furcht. Ein einziger Herzschlag trennte ihn noch davon, alles zu zerst?ren... oder alles zu gewinnen.

  Langsam rückte Emmanline ein Stück zurück, um ihm ins Gesicht sehen zu k?nnen. Sie war so klein, so zerbrechlich und doch so atemberaubend sch?n, dass Lucien den Blick kaum von ihr l?sen konnte. Emmanline musterte ihn aufmerksam, suchte in seinen Augen nach Antworten, nach einem winzigen Hinweis darauf, warum dieser Dolch für ihn so wichtig war. Lucien spürte Stolz in sich aufsteigen. Seine Gef?hrtin war alles andere als dumm... ganz im Gegenteil zu dem, was er anfangs vielleicht angenommen hatte. Sie lebte in st?ndiger Wachsamkeit, beobachtete, analysierte und reflektierte. Ihr bisheriges Leben hatte nur aus Vorsicht, Gefahr und purem überleben bestanden. Er verstand, warum Emmanline so war... an ihrer Stelle h?tte Lucien nicht anders gehandelt. Vertrauen war ein Luxus, den man sich erst verdienen musste, und sie hatte gelernt, ihn niemals einfach zu verschenken. Und dennoch… er wollte ihr zeigen, dass sie bei ihm sicher war. Dass er sie beschützen würde, egal, was kam. Dass sie sich endlich fallen lassen durfte, auch wenn ihr noch nie jemand diese Sicherheit gegeben hatte.

  In einem Bruchteil von Sekunden wechselte ihr Gesichtsausdruck von Misstrauen zu purer Entschlossenheit. Lucien spürte die klare Botschaft... Emmanline würde nicht kampflos aufgeben. Und genau das liebte er an ihr... Drachen liebten schlie?lich Herausforderungen.

  ?Gut. Ich nehme dein Geschenk an... aber nur unter einer Bedingung“, sagte Emmanline mit fester Stimme, w?hrend ihre silbernen Augen funkelten. ?Du beantwortest mir eine Frage. Ehrlich.“

  Lucien schmunzelte kaum merklich. Allein ihre Entschlossenheit brachte ihn ins Staunen. ?Welche Frage?“, fragte er, aufrichtig neugierig. ?Ich werde sie dir ehrlich beantworten.“

  Einen Moment lang schien Emmanline die Worte sorgf?ltig zu w?hlen, als wollte sie sicherstellen, dass sie genau die Wahrheit erhielt, die sie suchte. ?Ich will alles über diesen roten Rubin wissen, den ich aus deinem Hort gestohlen habe“, begann sie leise. ?Ich will verstehen, warum dieser Stein sich an mich gebunden hat und mich nicht mehr losl?sst.“ Sie senkte den Blick, ihre Stimme zitterte kaum h?rbar. ?Ich spüre die ungeheure Macht, die von ihm ausgeht. Es ist, als w?ren unz?hlige Seelen in ihm gefangen… als würde er eine tiefe, uralte Einsamkeit ausstrahlen. Ich h?re Stimmen, die mich verfolgen, aber ich kann sie nicht verstehen.“ Instinktiv schlang sie die Arme um den eigenen K?rper, als wollte sie sich selbst beschützen, w?hrend Emmanline die dunkle Kiste fest an sich gedrückt hielt.

  Lucien blieb einen Herzschlag lang sprachlos. Die Intensit?t, mit der Emmanline die Pr?senz des Rubins wahrnahm, war überw?ltigend. Ja, Elfen besa?en gro?e Magie und einen scharfen Sinn für solche Energien... doch das hier ging weit darüber hinaus. Wie konnte sie spüren, dass Seelen darin gefangen waren? So pr?zise?

  Reflexartig schlossen sich Luciens H?nde um ihre Oberarme... so sehr erschütterte ihn, was sie gerade gesagt hatte. ?Woher…?“, brachte er nur hervor, die Stimme rau vor Fassungslosigkeit. Emmanlines Augen weiteten sich vor Schreck. Im selben Augenblick lie? er sie los, als h?tte er sich verbrannt und seine Arme fielen schwer an seine Seiten. ?Verzeih“, murmelte er, wandte kurz den Blick ab, um sich wieder zu fassen. ?Ich wollte dich nicht erschrecken.“

  Emmanline atmete leise aus und sah wieder zu ihm auf. ?Ich will es doch nur verstehen“, sagte sie ruhig, aber bestimmt. ?Ich kann nicht erkl?ren, woher ich es wei?. Aber... ist es wirklich verkehrt, dass ich wissen will, warum ich diesen Rubin nicht loswerden kann?“ Eine Spur Herausforderung schwang in ihrer Stimme mit. ?Du willst ihn doch zurück, oder nicht?“

  Ja, Lucien wollte seinen Schatz zurück und gleichzeitig wollte er es nicht... nicht ganz. Solange der Rubin an ihr haftete, hatte er einen Grund, diese Frau bei sich zu behalten. Einen Vorwand, sie zu beschützen. Einen Faden, der sie an ihn band. Der Gedanke war schamlos, egoistisch, drachenhaft... und dennoch empfand Lucien nicht das geringste Bedürfnis, sich dafür zu sch?men.

  ?Ich verstehe dich“, sagte Lucien leise, trat einen Schritt n?her und lie? den Blick langsam, fast schon besitzergreifend über ihr Gesicht gleiten. ?Setz dich.“

  Emmanline gehorchte, ohne zu z?gern. Sie spürte instinktiv, dass das, was nun kommen würde, alles ver?ndern k?nnte. Schweigend lie? sie sich auf die Bettkante sinken... die dunkle Kiste hielt sie nach wie vor fest an ihre Brust gedrückt. Lucien schluckte hart. Wieder fluteten Bilder durch seinen Kopf, die er mit aller Macht zu verdr?ngen versuchte... Emmanline unter sich, das schneewei?e Haar ausgebreitet auf dem Kissen, die zarte Haut unter seinen H?nden… Lucien zwang sich, den Blick von ihr zu l?sen und tief Luft zu holen.

  ?Dieser Rubin…“, begann er, die Worte schwer wie Blei, ?…ist eine Art Gef?ngnis.“

  ?Ein Gef?ngnis?“ Emmanlines silberne Augen weiteten sich... ungl?ubig, fast erschrocken.

  ?Ja. Ein Gef?ngnis für Drachenseelen.“ Lucien schluckte schwer, als koste jedes Wort Blut. ?Ich habe mein Leben lang geglaubt, wenn ein Drache stirbt, steige seine Seele ins Heilige Reich auf und warte auf Wiedergeburt. Ein sch?ner Mythos. Die Wahrheit ist h?sslicher.“ Er atmete tief durch. ?Jede Seele meines Volkes wird in diesem blutroten Rubin gefangen... auf ewig. Meine Mutter hat es mir vor kurzem gestanden. Viele haben versucht, den Fluch zu brechen. Manche wollten den Rubin zerst?ren, aber niemand wagte es am Ende. Wir wissen nicht, was dann geschieht. Erl?sung… oder endgültiges Vergessen.“

  Emmanline wurde bleich. ?Dann würdet ihr vielleicht alle verschwinden und aussterben.“

  ?Vielleicht“, sagte Lucien nur. Schweigen senkte sich über sie, schwer wie Blei.

  Emmanline lie? ihren Kopf sinken, die Schultern leicht nach vorn gezogen, als trage sie pl?tzlich die Last von Jahrtausenden. ?Dann verstehe ich“, flüsterte sie schlie?lich. ?Deshalb kannst du mich nicht gehen lassen. Und... willst es auch nicht.“

  Lucien trat vor sie, ging langsam in die Knie und nahm ihre kalten H?nde vorsichtig in seine. Seine goldenen Augen brannten. ?Ich wei?, wie unfair das ist. Ich wei?, dass ich kein Recht habe, dich zu bitten zu bleiben.“ Seine Stimme bebte... nicht vor Schw?che, sondern vor kaum gezügeltem Gefühl. ?Aber ich flehe dich an... bleib bei mir.“ Lucien hob ihre H?nde an seine Lippen, küsste jeden einzelnen Fingerkn?chel, als w?re Emmanline aus Glas. ?Mein Volk hat dir unvorstellbares Leid zugefügt. Allein der Gedanke, was man dir angetan hat, l?sst mich innerlich verbrennen. Ich kann es nicht ungeschehen machen. Ich kann dir nichts zurückgeben, deine Kindheit, dein Vertrauen… nichts davon. Und doch…“ Seine Stimme wurde rau, fast ein Knurren. ?…kann ich nicht aufh?ren, dich beschützen zu wollen. Mit allem, was ich bin.“

  Unauthorized duplication: this tale has been taken without consent. Report sightings.

  Emmanline zog eine Hand zurück... nicht hastig, sondern bedacht... und legte sie an seine Wange. Ihre Finger waren kühl, doch die Berührung traf ihn wie ein Feuerbrand. Sein Herz donnerte gegen die Rippen. ?Das sollst du auch nicht gutmachen“, sagte sie leise, aber klar. ?Ich will keine Schuld von dir. Ich werde dich niemals von dir verlangen, für die Taten anderer zu bü?en.“ Ihre silbernen Augen suchten seine, ruhig und doch unergründlich tief. ?Ihr Drachen seid nicht alle gleich. Das sehe ich jetzt. Du hast weder mit Culebras Grausamkeit zu tun und nicht diejenigen, die sich auf diesem Anwesen bewegen.“ Ein schwacher, trauriger Ausdruck huschte über ihr Gesicht. ?Also h?r auf, dich zu entschuldigen für etwas, das nicht deine Schuld ist.“

  Lucien schloss für einen Moment die Augen, lehnte sich kaum merklich in ihre Handfl?che. Die Berührung war so federleicht und doch das Einzige, was ihn in diesem Augenblick davon abhielt, vollends die Beherrschung zu verlieren. Lucien brachte kein Wort heraus. Stattdessen schmiegte er seine Wange in ihre kleine, kühle Hand, als w?re Emmanline das Einzige, was ihn noch auf der Welt hielt. Ein tiefer, warmer Frieden durchstr?mte ihn, w?hrend er die Augen schloss. In diesem Moment verstand Lucien endlich, was die anderen Gef?hrtenpaare immer gemeint hatten... Mann und Drache waren eins, vollkommen im Einklang, bereit, sich bedingungslos hinzugeben. Lucien wollte ihr alles geben. Alles. Sein Leben, sein Feuer... seine Ewigkeit, nur damit sie niemals wieder Angst haben musste.

  Emmanline schüttelte kaum merklich den Kopf, das schneewei?e Haar floss wie flüssiges Mondlicht über ihre Schultern. ?Tu das nicht“, flüsterte sie. ?Vertrau mir nicht. Durch mich werdet ihr nur Verderben finden.“ Sie wollte die Hand zurückziehen. Lucien lie? es nicht zu. Stattdessen drehte er den Kopf und hauchte einen Kuss in ihre Handfl?che, so zart, dass es fast wehtat. Ein Keuchen entwich ihr. Ihre Lippen ?ffneten sich, die silbernen Augen wurden riesig. Ihr Herz raste... er spürte es bis in seine eigene Brust. ?Lass das…“, hauchte Emmanline, schon halb atemlos.

  ?Ich kann nicht.“ Seine Stimme war rau, fast ein Knurren. Lucien hielt ihren Blick fest, versank in diesem silbernen Sturm. ?Ich werde dich beschützen. Vor allem. Vor jedem. Dir wird nie wieder jemand wehtun, das schw?re ich bei meinem Blut und meinem Feuer.“ Das Versprechen eines Drachen. Unbrechbar.

  ?Du n?rrischer…“, begann Emmanline, doch weiter kam sie nicht. Lucien überbrückte die letzte Distanz, legte seine Lippen auf ihre und ertrank. Der Kuss war nicht sanft. Er war Hunger, jahrhundertelanger, verzweifelter Hunger, der endlich freigelassen wurde. Ein dunkles, unkontrollierbares St?hnen stieg aus seiner Kehle, w?hrend er sie enger an sich zog. Emmanline versteifte sich einen Herzschlag lang... nur einen, dann schmolz ihr Widerstand. Ihre H?nde krallten sich haltsuchend in sein Hemd, ihr K?rper bog sich ihm entgegen, als h?tte er nur auf diesen einen Moment gewartet. Lucien dr?ngte sich zwischen ihre Knie, schlang die Arme um ihre schmale Taille und hob sie ein Stück an sich, bis kaum noch Luft zwischen ihnen war. Ein leises, ersticktes Seufzen, fast schon ein Wimmern, drang aus ihrer Kehle und ging direkt in sein Blut über. Emmanline schmiegte sich an ihn, als h?tte sie nie etwas anderes gewollt und Lucien wusste... wenn er sie jetzt nicht loslie?, würde er sie nie wieder loslassen k?nnen.

  ?Warum…?“ Ihre Stimme war nur noch ein atemloses Flüstern, das zwischen ihren verschmolzenen Lippen vibrierte.

  Lucien legte die Hand in ihren Nacken, fest und doch unendlich behutsam, als k?nnte sie ihm als das zerbrechlichste Wesen der Welt jeden Moment zerspringen. Sein Blick brannte sich in ihren. ?Ist das wirklich so schwer zu begreifen?“ Seine Worte kamen rau, fast knurrend. ?Ich will dich, Emmanline. Mehr, als ich je etwas in meinem ganzen Leben gewollt habe.“ Er gab ihr keine Chance zu antworten. Seine Lippen fanden ihre wieder, hungrig und fordernd. Lucien knabberte zart an ihrer Unterlippe, ein leiser, überraschter Laut entwich ihr, gefolgt von einem Zittern, das er bis in die Knochen spürte. Ihr Duft, sü?, rein, leicht nach Morgentau und etwas Verborgenen, flutete seine Sinne und machte ihn endgültig blind für alles au?er ihr. Ihre Finger glitten über seine Brust, z?gernd zuerst, dann immer mutiger, bis Emmanline sich in seine Schultern krallten, als br?uchte sie Halt vor dem Sturm, den Lucien in ihr entfesselte. Jede Berührung von ihr schoss wie flüssiges Feuer durch seine Adern. Sein Drache brüllte innerlich, verlangte mehr, verlangte alles. Er leckte sacht über ihre Unterlippe, bat stumm um Einlass. Als sie sich ihm noch verweigerte, biss er spielerisch zu, gerade fest genug, dass Emmanline keuchte. Dann endlich ?ffnete sie sich ihm. Er drang mit der Zunge in ihren Mund, fand ihre, umspielte sie, kostete sie, als w?re sie das Kostbarste, was er je geschmeckt hatte. ?So verdammt sü?…“, knurrte Lucien an ihren Lippen, die Stimme kaum wiederzuerkennen. ?Mehr.“ Er drückte sie langsam, aber unaufhaltsam rücklings aufs Bett. Seine H?nde glitten über ihre Arme, z?rtlich und gleichzeitig besitzergreifend, als wollte er sich jede Linie ihres K?rpers einpr?gen. ?Ich brauche dich“, gestand er rau, direkt an ihrem Mund.

  ?Ich…“ Ein leises St?hnen entfuhr ihr, als seine Lippen ihren Hals fanden. ?…verstehe dich nicht.“

  Lucien hielt inne, nur einen Herzschlag lang, und sah ihr tief in die silbernen Augen, die vor Verwirrung und Verlangen gl?nzten. ?Eines Tages...“, flüsterte er heiser, ?...werde ich dir alles erkl?ren. Das schw?re ich dir.“ Dann küsste er Emmanline wieder, langsam, tief, als wollte er den Schwur mit seinem ganzen Sein in sie einbrennen. Denn sie war seine Gef?hrtin und ein Drache log seine Gef?hrtin nie an... nicht, wenn es um das Herz ging.

  Lucien verstand jetzt Raiden. Wirklich, er verstand ihn. Diese Verbindung, die keine Vernunft kannte, keine Rasse, keine Vergangenheit. Damals hatte er Raiden dafür verachtet und verh?hnt. Heute sch?mte er sich dafür zutiefst.

  Seine Hand glitt tiefer, über die seidige Haut ihres Oberschenkels. Ein dunkles, zufriedenes Grollen stieg aus seiner Brust. Er konnte nicht anders. Er musste sie spüren. überall. Emmanline st?hnte leise, die Augen geschlossen, als w?re jede Berührung zu viel und doch nie genug. Am Anfang war es fast unertr?glich gewesen. Jetzt war es süchtig machend.

  Sein Schwanz pochte hart, schmerzhaft hart gegen den Stoff. Jede Bewegung war Qual und Lust zugleich. Lucien knurrte tief, animalisch, dr?ngte sich zwischen ihre Beine, bis er genau dort war, wo er hingeh?rte. Er rieb sich langsam, aber unnachgiebig an ihrer feuchten Mitte, nur Stoff zwischen ihnen und doch genug, dass sie beide erzitterten. Emmanline schrie auf, ein hoher, lustvoller Laut, der ihm direkt in den Unterleib fuhr. Ihre Augen glühten pl?tzlich silbern, hell wie geschmolzenes Sternenfeuer. Der Raum roch nach ihr. Nach purer, sü?er, berauschender Erregung. Lucien sog es ein wie ein Verdurstender.

  Ihre N?gel gruben sich in seine Schultern. Halt. Anker. Er war ihr Anker. ?Wie fühlt sich das an?“, flüsterte Lucien rau, die Stimme kaum noch menschlich. Seine Augen glühten golden.

  ?Ich…“ Emmanline warf ihren Kopf in den Nacken, biss sich auf die Lippe, versuchte, die Schreie zurückzuhalten. Vergeblich.

  ?Lass es raus“, knurrte Lucien, dicht an ihrem spitzen empfindlichen Ohr. ?Ich will dich h?ren. Meinen Namen auf deinen Lippen, wenn du kommst.“ Ein weiterer Sto? mit den Hüften.

  Ein weiterersticktes Schluchzen. ?Nicht… bitte…“

  Lucien wusste nicht, ob Emmanline ?h?r auf“ oder ?h?r nie wieder auf“ meinte. Dann spürte er es... das feine Zittern, das nicht nur Lust war. Angst. Alte, tief verwurzelte Angst. Sofort hielt er inne. Wie von einem Peitschenhieb getroffen wich er zurück, stützte sich schwer auf die Unterarme und sah auf sie hinunter. Emmanline zitterte am ganzen K?rper. Die Augen weit aufgerissen, die Lippen geschwollen, die Wangen glühend vor Scham und Verlangen zugleich.

  ?Verflucht. Ich wollte dich nicht dr?ngen“, sagte Lucien leise, die Stimme brüchig vor schlechtem Gewissen. Er strich ihr eine feuchte wei?e Str?hne aus dem Gesicht, als w?re sie aus Glas. ?Verzeih mir.“ Ein Letzter, unendlich sanfter Kuss auf ihre Stirn, dann rollte Lucien sich von ihr herunter und blieb keuchend auf dem Rücken liegen. Sein K?rper schrie vor unterdrückter Lust, sein Schwanz pochte so hart, dass jeder Herzschlag wehtat. Ein gequ?ltes St?hnen entkam ihm, bevor er es unterdrücken konnte. Er spürte ihren Blick, brennend hei?. Langsam drehte er den Kopf. Sie lag noch immer leicht gespreizt da, die Brust hob sich sto?weise, die silbernen Augen voller Sturm. Keine Maske mehr. Kein Eis. Nur noch sie, roh, verletzlich und wundersch?n. ?Du bist das Sch?nste, was ich je gesehen habe“, flüsterte er ehrfürchtig.

  Emmanline sagte nichts. Sie sah ihn nur an, lange, durchdringend und zum ersten Mal, seit sie hier war, hatte Lucien das Gefühl, dass sie ihn wirklich sah.

  Nicht den Drachen. Nicht den K?nig. Sondern ihn.

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