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67. Emmanline/Lucien

  Als die Schwester des Drachen ankam, schien diese noch aufgel?ster und hoffnungsloser als zuvor. Ihr Gef?hrte war drauf und dran, von ihr zu gehen, aber das konnte Emmanline nicht zulassen. Die H?nde der Frau liegen noch immer auf seiner Brust, um ihn zu erdigen. Sie war überall mit dem Blut ihrer Gef?hrten beschmiert… vor allem im Gesicht, weil sie immer wieder mit den Fingern versucht hatte, die unaufh?rlich flie?enden Tr?nen wegzuwischen.

  Sacht legte Emmanline ihre H?nde auf die Frau, die so hilflos wirkte. ?Ich mache das“, sprach sie sanft und blickte sie mitfühlend an. ?Ich werde ihm helfen.“

  Ein Wimmern voller Klage kam über die Lippen der Frau, w?hrend sie Emmanline unter Tr?nen anstarrte. Es widerstrebte ihr sichtlich, ihren Gef?hrten jemand anderes zu überlassen… das konnte Emmanline in ihren Augen lesen. ?Wenn du es kannst, bitte… bitte helfe ihm. Ich… ich darf ihn nicht verlieren“, schluchzte sie verbittert.

  ?Das wirst du nicht“, klang es wie ein Versprechen, obwohl Emmanline es zun?chst nicht so gemeint hatte. Z?gernd und gegen ihren Willen zog die Frau die H?nde von ihrem Mann zurück, rührte sich jedoch keinen Zentimeter von der Stelle. Das war in Ordnung, Emmanline verstand es.

  Langsam schloss Emmanline ihre silbernen Augen und fühlte sich in sich hinein. Als sie sich konzentrierte, fuhr ein scharfer Schmerz durch ihren K?rper, doch sie ruckte weder zurück, noch gab sie einen Laut von sich. Sie konnte es unterdrücken. Nur einmal hielt sie tiefe Luft, w?hrend sie sich v?llig aus ihrer Umgebung ausblendete. Alles geriet in Vergessenheit… Emmanline überlie? Sinn und Sein ganz ihrem Instinkt. Ohne darüber zu wundern, empfand sie, wie eine wohlige W?rme von unten herauf in ihren K?rper stieg, sich zu den Armen hinaufarbeitete und schlie?lich in ihre Fingerspitzen floss. Der Schmerz lie? mit jeder Sekunde nach… eine gro?e Erleichterung. Ohne genau zu wissen, was sie tat, lie? sie sich einfach leiten. Es fühlte sich gut an... richtig und selbstverst?ndlich. Niemals h?tte sie gedacht, dass etwas Derartiges in ihr steckte.

  Emmanline ?ffnete langsam ihre Augen und schwankte leicht. Fast w?re sie zur Seite gekippt, h?tte sie niemand gestützt. Ersch?pft war sie nicht… eher verwirrt und benebelt. Sie fühlten sich eigenartig, irgendwie ver?ndert. Erst als jemand aufschrie, kam sie langsam wieder zu sich.

  ?Oh mein Gott, Ian!“, schluchzte die Frau laut.

  Für einen Moment setzte Emmanlines Herz aus… sie fürchtete, nichts bewirkt zu haben, obwohl sie es versprochen hatte. Konzentriert schaute sie nach vorn und sah das Wunder… die Schwester des Drachen fiel stürmisch um den Hals ihres Mannes, ihres Gef?hrten, der sich gerade aufsetzen wollte, aber von seiner Frau wieder zu Boden gedrückt wurde. Ein erdrücktes St?hnen entwich ihm.

  Doch es hatte… funktioniert? Hatte sie das wirklich bewirkt? Dass dieser Mann jetzt seine Frau in die Arme nehmen und tr?sten konnte? Ungl?ubig starrte Emmanline auf die beiden Drachen und dann auf ihre H?nde. Erst nach mehrmaligem Rufen h?rten sie die Stimmen, die auf sie zurückgingen. Langsam wandte sie sich ihnen zu.

  ?Emmanline, geht es dir gut?“, klang Aidens Stimme besorgt, w?hrend er forschend in ihr Gesicht blickte. ?Was... was hast du getan?“

  Emmanline schüttelte ihren Kopf. Von mochte es wirken, als wüsste sie es nicht… Dabei versuchte sie nur, den Nebel au?en in ihrem Kopf zu vertreiben. ?Ja, alles gut“, murmelte sie.

  ?Sicher?“, meldete sich eine weitere m?nnliche Stimme.

  Dauernd wurde Emmanline untersucht, und sanfte Finger streichelten ihr Gesicht. Das frustrierte sie ein wenig, und sie schob die Berührungen immer wieder energisch fort. ?Lasst das. Mir geht es gut“, grummelte sie. Seit wann waren sie alle so darauf bedacht, sich um sie zu sorgen? ?Was ist passiert?“, fragte Emmanline lieber, anstatt alle ihre Fragen zu beantworten.

  ?Das wei?t du nicht mehr?“, erwiderte Aiden. ?Du bist zweimal an uns vorbeigestürmt, ohne auch nur zu reagieren. Kurz darauf hast du dich über Ian gekniet und…“ Er stockte, suchte nach den richtigen Worten. ?Ich wei? nicht, wie ich das erkl?ren soll. Aber es sah so aus, als würdest du alle seine Verletzungen in dir aufnehmen, als du deine H?nde auf seine Brust gelegt hattest. Eine nach den anderen.“ Aiden wirkte verwirrt, als Emmanline zu ihm aufschaute. Da bemerkte sie, wie unz?hlige Blicke auf sie gerichtet waren… alle mit dem gleichen Ausdruck wie Aiden. Das verwirrte sie selbst, w?hrend sie auf ihre blutigen Handfl?chen hinabblickte, die sie immer wieder ?ffnete und schloss. Hatte sie es wirklich geschafft?

  Warme H?nde legen sich auf ihre Wangen, und sie blicken in wundersch?ne, z?rtliche Augen. Die Schwester des Drachen sah sie so dankbar und liebevoll an, dass es Emmanline den Atem raubte. ?Vielen Dank, Emmanline. Oh, wie kann ich dir nur danken?“ Sie rückte n?her und hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn. ?Du hast mir meinen Gef?hrten zurückgegeben“, schlüpfte sie glücklich und riss Emmanline in ihre Arme. Emmanline war eindeutig sprachlos… und entsetzt gleichzeitig. Langsam wusste sie nicht mehr, wie sie sich verhalten sollte. Alle waren auf einmal so freundlich und zuvorkommend. Irgendetwas stimmte nicht. Es konnte doch nicht allein damit zusammenh?ngen, dass sie diesen Mann geheilt hatte. Oder?

  ?Schon in Ordnung“, murmelte Emmanline, weil sie nicht wusste, wie sie sonst reagieren sollte. Es f?llt ihr schwer. Darum versuchte sie, sich vorsichtig aus der Umarmung zu l?sen... sie fühlte sich unbehaglich. Sie wussten, dass diese Drachin warmherzig und gutmütig war und ihr keinen Schaden zufügen wollte, aber all diese Berührungen waren einfach zu viel für sie.

  ?Ich bin dir zu Dank verpflichtet“, meldete sich eine tiefe Stimme. Sie klingen freundlich und warmherzig, genau wie die seiner Gef?hrtin. ?Ich stehe tief in deiner Schuld.“

  Emmanline blickte in warme braune Augen, die sie sanft anblickten. Die Gef?hrte dieser Frau unterschieden sich kaum von seiner Seelenh?lfte… sie waren sich ?hnlich, besa?en dasselbe Gemüt und passten perfekt zueinander. Das erstaunte sie, und nun verstand sie auch, welche tiefe Verbindung zwischen ihnen bestand. Allein wie sie sich jetzt ansahen… voller Z?rtlichkeit und Verbundenheit. Zwischen ihnen gab es eine Anziehung, die weit über eine blo?e Bindung hinausging.

  Irgendwie verspürte Emmanline einen Stich in der Brust und ertappte sich bei dem Gedanken, dass sie selbst so etwas besitzen wollte. Solch eine Z?rtlichkeit, Verbundenheit und Anziehung. Sie k?nnten sich jetzt etwas vormachen, wenn sie daran dachte, dass sie das mit dem Mann… und Drachen… haben k?nnte, aber es war nicht so. Dieser Mann und Drache zeigten ihr nur Interesse, weil er ein ganz bestimmtes Ziel verfolgte. Er hatte es ihr mehrere Male klar und deutlich gemacht. Schon von Anfang an. Er behandelte sie so, weil sie an einem bestimmten Ort haben wollte... in seinem Bett. Sobald er das erreicht hatte, würde sie nichts mehr von ihm h?ren. Keine lodernde Leidenschaft in seinen Augen, keine nachdrücklichen Küsse auf ihren Lippen, keine z?rtlichen, w?rmenden Umarmungen, kein erdigen Geruch, der sie so beruhigte. Alles was verschwinden würde, sobald er bekommen hatte, was er wollte. Nichts von allem würde bleiben. Das versetzte ihr einen zus?tzlichen Stich in die Brust, und Emmanline wusste einfach nicht, woher diese schmerzhaften Gefühle kamen. Es war seine Schuld, dass sie jetzt so empfand. Aber sie war auch selbst daran schuld, weil sie sich das gefallen hatte lassen. Es wurde langsam Zeit, dass sie sich gegen ihn wehrte, um sich selbst zu schützen. Wie konnte sie nur so leichtsinnig gewesen sein und sich gehen lassen? Das war nie ihre Kunst gewesen, und dafür scheltet Emmanline sich in diesem Moment. Sie hatten doch gelernt, wie man sich gegen jede Kunst von Gefühlen und Emotionen schützte. Dafür musste sie nun bü?en.

  A case of literary theft: this tale is not rightfully on Amazon; if you see it, report the violation.

  Lucien

  War Lucien von seinem Krieger geh?rt, lie? ihn gleichzeitig schockieren und wüten. Das durfte doch nicht wahr sein. Diese Frau würde ihn noch in den Wahnsinn treiben… wenn sie nicht schon l?ngst damit begonnen h?tte. ?Bist du dir da sicher?“, fragte er seinen Krieger noch einmal. Die Botschaft hatte sein Herz für einen Moment zum Stillstand gebracht.

  ?Ja, mein K?nig“, best?tigte sein Krieger zum zehnten Mal, den Kopf gesenkt. ?Cyrill hat mich geschickt, um die Botschaft zu überbringen. Ich habe die wei?haarige Elfe auch gesehen.“

  Ein bedrohliches Knurren drang tief aus Luciens Kehle. Es machte ihn nur noch wütender. Verstand Emmanline denn nicht, wie gef?hrlich die Lage war? Sie stehen vor einem heranziehenden Krieg. Diesmal k?nnte es schlimmer werden als je zuvor. Es war nicht das erste Mal, dass sie mit den Lykae im Krieg lag, doch im letzten Jahrhundert hatte sie sich… so gut es ging… aus dem Weg gegangen. Darum versteht er einfach nicht, warum Garett Wisdom pl?tzlich einen Krieg anzettelte. War der Krieg nur in ihm gefahren?

  Lucien konnte sich vorstellen, dass Wut und Zorn in Garett kochten, weil sein ?lterer Bruder Dyade noch immer vermisst wurde… verschollen im letzten Kriegsgetümmel. Dyade war der rechtm??ige Lykae-K?nig, nicht Garett. Doch widerstrebend musste Garett das Zepter schwingen, obwohl er nie das Verlangen danach verspürt hatte. Lucien kannte die Brüder… er war ihnen des ?fteren begegnet. Es war nicht ihre Kunst, ohne Vorwarnung anzugreifen. Was war auch der Grund?

  Aber Emmanline betraf… das akzeptierte Lucien überhaupt nicht. Es war der falsche Moment, doch er musste zu ihr, um herauszufinden, was sie verdammt noch mal dort zu suchen hatte. Im Lager zwischen den Felsen, wo alle Zuflucht gesucht hatten. Vor ein paar Tagen war er selbst dort gewesen und hatte sich ein Bild von der Lage gemacht. Ein sch?ner Anblick war es nicht gewesen… immer mehr Verletzte, wohin man schaute. Vor allem hatte es ihn missfallen, Kinder dort zu sehen. Sie hatten in einem Krieg nichts zu suchen, aber wohin sollten sie sonst fliegen? Aus den Kriegsgebieten heraus. Normalerweise taten die Lykae den Jungen nichts zuleide, doch Lucien wollte kein Risiko eingehen. Nicht, bevor er eine Erkl?rung von Garett erhalten hatte.

  Viel wichtiger war jetzt jedoch, dass er sich auf den Weg zum Lager machte. Er konnte nicht zulassen, dass seine Seelengef?hrtin etwas zustie?. Allein der Gedanke, dass andere M?nner sie erfassten, lie? Eifersucht in ihm aufflammen. Offen gestanden… Lucien war von Eifersucht zerfressen. Er würde jeden t?ten, der sie auch nur schief ansah. Darum sah er rot. Drachen konnten verflucht sein, und manche mochten damit nicht umgehen k?nnen… aber das war ihm gerade v?llig egal. Das Einzige, was er jetzt wollte, war, zu Emmanline zu gelangen. Sie würden sich einiges anh?ren müssen, und er würde toben und brüllen, wenn sie sich ihm stur entgegenstellte… was er jetzt schon vor sich sah.

  Ja, diese Frau hatte sich ver?ndert. Emmanline war noch immer wachsam und ruhig, doch in ihr steckte weit mehr Temperament, als man ihr auf den ersten Blick zutrauen würde. Sie lie?en sich nicht mehr so ??schnell etwas sagen… und genau das fand er erfreulich. Es bereitete ihm sogar Frohsinn vor. Immer ?fter bot sie ihm die Stirn, was zu hitzigen Diskussionen und Streits führte. Lucien mochte das. Es zeigte sich, wie lebendig diese Frau war und dass sie sich endlich wehrte. Darum gab er wahrscheinlich auch so oft nach… er wollte, dass sie das Gefühl hatte, Rechte zu besitzen… viele Rechte. Sicher, er k?nnte sie unterdrücken, aber das hatte er nie beabsichtigt. Lucien wollte Emmanline lediglich aus der Reserve locken und ihr helfen, ihre eigene St?rke zu entwickeln.

  Eine Elfe besa? eine Menge F?higkeiten, und zu einem gewissen Teil waren sie auch Krieger. Er vermutete, dass in ihr selbst eine Kriegerin steckte… vielleicht nicht unbedingt im offenen Kampf, aber definitiv in ihrem Inneren. Es musste etwas mit ihrem anderen Wesen tun, das noch in ihrem lag verborgen war. Noch immer zerbrach Lucien sich den Kopf darüber, was genau in ihr steckte. Langsam wurde er verrückt vor Neugierde. Je l?nger er wartete, dass Emmanline ihm endlich etwas erz?hlte, desto wahnsinniger machte es ihn. Es war manchmal zum Verzweifeln, doch er lie? sich nicht von seinem Ungeduld hinrei?en. Das würde bei dieser geheimnisvollen und stürmischen Frau ohnehin nichts nützen. Würde er sie weiter unter Druck setzen, desto mehr würde sie sich zurückziehen.

  Es reichte schon, dass Emmanline ihm seine schreckliche Tat verziehen hatte. Ein Wunder war das gewesen… damit h?tte Lucien niemals gerechnet. Er wusste genau, wie viel ihr dieser Ort bedeutet hatte. Sie hatte so viel Leben und Farbe in ihre kleine Welt gebracht, die er mit einem feurigen Inferno zerst?rt hatte. Durch seine Wut hatte er sich leiten lassen, und das konnte er sich selbst noch immer nicht verzeihen. Emmanline mochte es vielleicht nicht merken, aber sie besa? mehr Herz und Seele als viele andere. Oft zog sie sich zurück und stellte die anderen stets an die erste Stelle. Sich selbst setzte sie niemals nach vorne an, was ihn nachdenklich stimmte. Sie k?nnten eine Menge verlangen, wenn sie nur wollte… immerhin hatte sie im Leben so viel nachholen. Ihre Rechte stehen ganz oben auf seiner Liste. Ihr sollte es gut gehen, an nichts sollte es ihr fehlen. Sie sollte alles bekommen, was Emmanline sich wünschte. Und doch… nichts. Einfach nichts nahm sie an. Dabei h?tte sie es mehr als verdient.

  Lucien war lediglich mit fünf seiner besten F?hrtenleser losgezogen, um Kundschaft einzusammeln. Er musste wissen, wo sich die Lykae aufhielten, und niemand konnte sich in ihrem Territorium besser aus als diese M?nner. Erfolgreicher w?ren sie aus der Luft gewesen, doch das h?tte sie sofort verraten. Er sandte einen kurzen mentalen Befehl an seine fünf Begleiter… sie sollten weitermachen und so viele Informationen wie m?glich sammeln… ohne entdeckt zu werden. Sp?ter würde sie berichten, falls sich etwas Ergiebigeres ergab. Sie waren seine Besten, weil niemand sie sah... als w?ren sie Schatten. Es gab Momente, in denen er genau hinschauen musste, und genau das zeichnete sie aus.

  Keine Sekunde z?gerte Lucien l?nger, als n?tig war, um ins Lager zurückzukehren. Dort wartete eine kleine Elfe darauf, von ihm gema?regelt zu werden. Er würde ihr weder k?rperlich noch mit harten Worten wehtun, aber er wollte ihr klarmachen, welche Sorgen er sich um sie machte, wenn sie sich leichtsinnig in Gefahr brachte. Es machte ihn wütend, dass sie so unvorsichtig gewesen war und einfach das Schloss verlassen hatte.

  Fünf Tage war es nun her, seit er Emmanline im Wald stehen musste. Qu?lende fünf Tage. Widerstrebend und schweren Herzens war Lucien gegangen… dabei hatte sie atemberaubend gesehen, umgeben vom natürlichen Licht der Blumen. Trotz all der Düfte war ihr Duft der St?rkste gewesen, der ihn gebannt und v?llig eingenommen hatte. Jedes Mal w?lzte sich sein Drache darin wie eine Katze in Katzenminze. So tief wollte er eigentlich nicht sinken, aber bei allen G?ttern… genau so verhielt sich seine Bestie. Wie ein Liebeskranker Kater, der den Duft einer rolligen Katze wahrgenommen hatte. Emmanline sprühte vor ungestilltem Verlangen, das sie selbst nicht bemerkte, sein Drache jedoch umso intensiver. Es brachte ihn oft an den Rand des Wahnsinns, sich so zurückhalten zu müssen. Doch was würde er nicht alles für diese Frau opfern?

  In kürzester Zeit und mit erh?htem Tempo erreichte Lucien das Lager und hielt sofort Ausschau nach ihr. Er konnte Emmanline riechen… sie war hier. Freudige Erwartung durchstr?mte ihn, und er konnte kaum fassen, wie glücklich er war, sie endlich wiederzusehen. Ja, er war wütend auf sie, aber sein Herz machte Sprünge bei den Gedanken, sie gleich zu Gesicht zu bekommen. Nie h?tte er geglaubt, jemals so gefangen zu sein, dass er vor Freude kaum noch an sich halten konnte. Mochten ihn die anderen auch seltsam ansehen… es war ihm vollkommen egal. Lucien wollte Emmanline einfach nur sehen, sie in die Arme rei?en, ihren Duft tief einatmen und ihre N?he… ihre W?rme spüren. Sein Drache tobte innerlich. Mann und Drache verzehrten sich gleicherma?en nach dieser Frau. Auch wenn er dafür das halbe Lager durchsuchen musste… als er sie endlich fand, blieb er abrupt stehen.

  Entsetzliche Wut packte ihn. Emmanline sa? vor einem Mann und berührte ihn. Ein Knurren rasender Eifersucht stieg aus seiner Kehle auf. Lucien wollte t?ten… zerrei?en. Am liebsten diesen Krieger, den er eigentlich kannte und sch?tzte. War das das? Niemand... absolut niemand durfte sie berühren... au?er ihm. Ihm allein gebührte das Recht, ihre Z?rtlichkeiten und Berührungen zu empfangen.

  Niemand sonst.

  Gerade wollte Lucien auf Emmanline zustürmen, als er bemerkte, wie sie sich pl?tzlich versteifte und blitzartig aufsprang. Wie erstarrt drehte sie sich zu ihm um. Ihre Blicke treffen sich. Was er in ihrem Gesicht und ihren wundersch?nen silbernen Augen las, lie? sein Herz und seinen Atem stocken… Sehnsucht. Verlangen. Reines, unverf?lschtes Verlangen.

  Sie geh?rt mir.

  Lucien stürmte sofort auf Emmanline zu.

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