Lucien tobte vor Wut. Sein Zorn brannte wie flüssiges Feuer in seinen Adern, hei? und schmerzhaft, als wolle er seine Haut von innen heraus sprengen. Alle versuchten, ihm sein Eigentum vorzuenthalten. Sein Eigentum. Sie hatten kein Recht dazu. Denn sie geh?rte ihm.
Nur ihm.
Endlich rei?t Lucien den Blick von Raiden los, seinem Bruder, dessen Kiefer so fest aufeinandergepresst war, dass die Muskeln seine pulsierten. Dann wandte Lucien sich seiner Mutter zu... und erstarrte. Ihr Blick war scharf wie eine Klinge und funkelte vor Zorn. Auch andere Augenpaare bohren sich in ihn, unausgesprochene Vorwürfe in jedem Einzelnen davon. Warum…? Warum stellt sie sich alle vor ihr sicher? Warum verteidigten sie sie, obwohl sie etwas Unüberlegtes, etwas Gef?hrliches getan hatte? Und warum, bei allen Drachenflammen, steigerte sich sein eigener Zorn immer weiter, je l?nger er darüber nachdachte? Etwas stimmt nicht. Weder mit ihr... noch mit ihm.
Leicht wandte Lucien den Kopf zur Seite. An der Wand hing ein kleiner Spiegel... unscheinbar, doch der Schlag, den sein Spiegelbild ihm versetzte, traf ihn wie ein Fausthieb. Sein Atem stockte. ?Schei?e.“ Jetzt begriff er, warum alle Emmanline von ihm ferngehalten hatten. Das, was er im Spiegel sah, war nicht sein gewohntes Gesicht. Sein Blick war glühend, wild, unberechenbar... das Spiegelbild seiner inneren, bestialischen Bestie. Auch in seiner menschlichen Gestalt loderten in seinen Augen die Raubtierinstinkte seines Drachen.
Was hatte er getan?
Lucien erinnerte sich nur an den Moment, in dem er Emmanline gesehen hatte... an die Vorfreude, die Sehnsucht... und an die Wut, die wie ein Orkan in ihm getobt hatte. Dann war alles verschwommen. Leer. Dunkelheit. Instinkt. Er wusste nicht mehr, was er getan hatte. Hatte ihr wehgetan? Ein eisiger Stich durchfuhr ihn. Lucien musste sie sehen. Sofort. Er musste sich vergewissern, dass er sie nicht verletzt hatte. ?Geh zur Seite, Raiden.“ Seine Stimme klang rau, doch er hatte sich mittlerweile etwas unter Kontrolle gebracht, den Drachen mü?ig zurückgedr?ngt. Er wollte ihr nicht wehtun. Er hatte sich geschworen, sie zu beschützen... sogar vor sich selbst. Und jetzt… tat er das Gegenteil. ?Bitte.“ Das Wort rutschte ihm heraus und brannte auf seiner Zunge wie Feuer. Schei? auf seinen Stolz. Er musste Emmanline sehen und doch stand sein Bruder unbeweglich da, ein Bollwerk, das ihre kleinen, dekorativen K?rper vor ihm verbarg.
überraschung flackerte in Raidens Blick, als er Lucien musterte... intensiver, prüfender, als wolle er jede Regung in ihm lesen. Offenbar war er zu einem Teil überzeugt, dass Lucien seinen Drachen wieder unter Kontrolle gebracht hatte, doch Misstrauen blieb. Nicht nur ihm gegenüber, auch Lucien traute sich selbst nicht mehr über den Weg. Endlich konnte er sie sehen. Der Anblick traf ihn h?rter als jeder Schlag. Emmanline wirkte so klein, so zurückgezogen. Ihre Schultern waren angespannt, ihre Arme schützend um ihren K?rper geschlungen, als k?nnten sie die K?lte abwehren… oder ihn.
Lucien machte einen Schritt auf sie zu... und sie wich sofort zurück. Ein Stich direkt in sein Herz. ?Emmanline.“ Ihr Name klang aus seinem Mund wie eine flehentliche Bitte, brüchig... verletzlich.
?Nein. Bleib da, wo du bist.“ Ihre Stimme war eiskalt. So kalt, dass ihm ein Schauer über den Rücken lief. Emmanline schloss kurz ihre sch?nen Augen, als müsste sie sich sammeln. ?W... was habe ich getan, dass du so wütend und so grob zu mir bist? Ich wollte nur helfen.“
Verdammt. Er war so ein verdammtes Arschloch gewesen und die G?ttin hatte ihn gewarnt. Sie hatte es ihm gesagt, er solle aufpassen und er solle auf sie achten. Aber Emmanline… sie hatte nichts getan. Warum also war diese Wut in ihm explodiert? Woher war sie gekommen? Warum hatte er die Kontrolle verloren?
?Würdet ihr nun endlich anfangen zu erkl?ren?“, mischte sich seine Mutter ein, mit diesem tonlosen Unterton, der gef?hrlicher war als jedes Geschrei.
Doch es war Raiden, der antwortete. ?So wie sie es mir erz?hlt hat, hat sie versucht, Lucien freizubekommen. Und wie ich sehe…“ Raidens Blick wurde dunkler, grimmig, ?…ist es ihr auch gelungen.“ Sein Blick schnitt zu seinem Bruder, voll unausgesprochener Vorwürfe und Zweifel.
?Wie?“ Die K?nigin schnaubte gereizt. ?Muss ich euch alles aus der Nase ziehen? Ich verlange eine allumfassende Erkl?rung.“ Ihr Blick fuhr wie ein kaltes Messer zu Emmanline hinüber... und Lucien gefiel dieser Ausdruck überhaupt nicht.
Raiden holte gerade Luft, um zu antworten... doch Emmanline schnitt ihm scharf das Wort ab. ?Ich kann für mich selbst reden.“ Ihre Stimme war kühl, aber darunter brodelte Wut. Die Art Wut, die nur entsteht, wenn jemand viel zu lange still gewesen war. Ihr Blick richtete sich nach vorne... eiskalt, unbeirrbar... und es traf direkt ihn. Lucien spürte, wie es ihm den Boden unter den Fü?en wegzog. ?Es war ein gro?er Fehler, das getan zu haben“, begann sie, jedes Wort messerscharf, ?aber ich habe meinen Verstand ignoriert und es trotzdem getan. Ich bin vor den Rat der Engel getreten... und danach vor diese G?ttin.“ Emmanline lachte bitter. ?Ich musste jedes Mal improvisieren, mir neue Argumente überlegen, überzeugend klingen, selbst wenn mir der Boden unter den Fü?en weggezogen wurde.“ Lucien starrte sie an. Das hatte sie… für ihn getan? ?Durch den Engel, den du gefangen gehalten hattest... und den ich befreit habe, war sie mir etwas schuldig. Sie hat mir das Treffen mit ihrem Rat erm?glicht.“ Ihre Stimme wurde brüchiger, aber sie lie? es niemanden sehen. ?Ich wei?“, fuhr sie fort, nun wieder eiskalt, ?es interessiert euch kein bisschen, was mit mir passiert... und es interessiert mich nicht, was ihr darüber denkt.“ Lucien zuckte zurück, als h?tte sie ihn geohrfeigt. ?Und ihr wollt wissen, warum ich das getan habe?“ Ihr Blick wurde verbissen, fast trotzig. ?Sehr gerne nenne ich es euch.“ Emmanline hob eine Hand und deutete auf den kleinen Schrank an der Seite. ?Seht ihr diesen Rubin?“ Ein kaum h?rbarer Atemzug. ?Das ist doch, was du wolltest.“ Ihre Stimme bebte, aber sie zwang sich zu einem L?cheln, das wehtat. ?Jetzt hast du ihn wieder. Freu dich und ihr seid mich jetzt los.“ Ihre Augen glitzerten gef?hrlich. ?Eure Probleme. Eure Last. All das.“ Lucien ?ffnete den Mund, doch sie hob die Hand, ein stummer Befehl, zu schweigen. ?Bevor ihr irgendwelche Argumente bringt... Ich kenne eure Geheimnisse. Eure Schw?chen. Eure Geschichte.“ Ihre Finger zitterten, doch sie senkte sie nicht. ?Ich k?nnte sie ausplaudern. Oder an Culebra verkaufen.“
Stille. T?dlich.
Dann presste Emmanline die Worte hervor: ?Aber ich tue es nicht. Ich schw?re bei allen existierenden G?ttern und bei jedem Schwur des Mythos... niemals werde ich ein Wort über euer Volk der Drachen oder das, was hier geschehen ist, verlieren. Nicht zu irgendwem. Nicht einmal im Sterben.“ Ein tiefer Atemzug. ?Das ist meine letzte M?glichkeit… irgendetwas zu erreichen.“
Lucien stockte der Atem. Sein Herz klopfte heftig in seiner Brust und ein Schock, so tief wie Feuer, durchfuhr ihn, als Emmanline erw?hnte, dass sein Rubin dort liegen würde. Das konnte nicht sein. Nein, es durfte nicht sein. Doch dort, auf dem kleinen Schrank, gl?nzte er in voller Pracht... sein blutroter Rubin. Sie hatte ihn zurückgebracht. Aber wie? ?Wie... bist du an diesen Rubin gekommen?“ Die Worte kamen beinahe heiser über seine Lippen, doch er musste es wissen.
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?Was spielt das noch für eine Rolle?“ Emmanlines Stimme war kühl, aber fest. ?Du wolltest ihn und jetzt hast du ihn. Du wei?t, dass du mich gehen lassen musst. Du hast es selbst geschworen.“
Schw?ren. Dieses Wort hallte in ihm nach wie ein Schlag auf das Herz. Lucien hatte es gewusst... eines Tages würde diese Elfe gehen. Aber nicht so schnell. Nicht nach nur vier Tagen. Vier Tage, in denen sie bei ihm gewesen war und doch hatte er Monate auf ihre N?he verzichten müssen. In Gefangenschaft. Monate, in denen jede Faser seines K?rpers nach ihr verlangt hatte. Und jetzt, da sie ihm endlich wieder nahe war, musste er sie gehen lassen. Gegen diesen Schwur konnte er nichts ausrichten. Die Macht des heiligen Versprechens schnürte ihm die Kehle zu. Lucien war gefangen zwischen der Wut über das, was ihm verwehrt wurde, und der Pflicht, die ihm auferlegt war. Lucien schluckte schwer. Er wollte sie nicht gehen lassen. Er wollte sie bei sich behalten... um jeden Preis. Doch selbst sein unb?ndiger Zorn, seine Kraft, sein Wille... all das war diesem Schwur unterworfen.
Dennoch, in diesem Moment, brannte die Frage in ihm: Wie hatte sie es geschafft, ihm alles zurückzubringen und gleichzeitig die Oberhand zu behalten?
?Lasst mich mit ihr allein.“ Seine Stimme war ruhig, gefasst, doch scharf wie ein Messer. Lucien musste mit ihr allein sein. Es gab etwas, das er sagen musste... etwas, das die anderen nicht h?ren durften. Und, ehrlich gesagt, wollte er einfach nur mit ihr allein sein. Alles andere war nebens?chlich. Dass nun sein Zimmer von ihnen gestürmt worden war, lag au?erhalb seines Plans. Von Anfang an hatte er vorgehabt, allein mit ihr zu sein.
Sein Bruder, Raiden, hob die Augenbrauen und die anderen folgten stumm seinem Blick. ?Dein Drache sitzt noch immer ziemlich an der Oberfl?che. Das w?re unüberlegt.“ Ihre Blicke brannten in ihn hinein, jede Miene von Sorge und Misstrauen gezeichnet.
?Ich habe mich wieder im Griff.“ Lucien hob die Hand, seine Stimme fest, aber ohne Zorn. ?Ihr droht keine Gefahr von meiner Seite.“ Sein Blick glitt zu Emmanline, hart und gleichzeitig durchdringend. ?Es gibt etwas, das ich nur mit ihr alleine besprechen kann.“ Doch er wusste, dass Worte allein nicht reichen würden. Die Skepsis in ihren Augen war wie eine Mauer, die sich nicht einfach wegreden lie?. Er musste es auf einer anderen Ebene versuchen... auf der Ebene, die nur sie beide verstanden. Lucien trat einen Schritt n?her zu ihr, sein Blick unabl?ssig auf sie gerichtet und in diesem Moment wusste jeder, dass es keinen Widerstand gegen ihn geben konnte... zumindest nicht von ihr.
Emmanline
Emmanline wusste nicht, was sie hier tat. Langsam spürte sie, wie die Situation in eine gef?hrliche Richtung driftete. Der Drache… er war so besessen davon, mit ihr allein zu sein. Aber wer konnte ihr garantieren, dass er nicht erneut die Kontrolle verlor, wie kurz zuvor? Sein Raubtier steckte immer noch zum Teil an der Oberfl?che, auch wenn es weniger dominant war. Doch das bedeutete nichts. Es konnte jederzeit wieder die Oberhand gewinnen. Jeder Moment konnte ihr letzter in seiner N?he sein. Also sollte sie einfach gehen.
?Ich bitte dich, Emmanline.“ Die Worte drangen tief, direkt in ihren Geist, durchbrachen jede ihrer Schutzbarrieren.
überrascht schnappte Emmanline nach Luft. Wie konnte er…? ?Verschwinde sofort aus meinem Kopf!“ Ihre Stimme hallte wie ein Echo in ihrem eigenen Inneren, w?hrend ihr Herz raste. Wie hatte er das geschafft? Niemand sonst konnte vorher in Gedanken mit ihr sprechen... nicht ohne anzuklopfen oder explizit Zutritt zu gew?hren. Nur er… nur dieser Drache. Ein Schauer lief ihr über den Rücken. ?Wie… hast du das gemacht?“ Die Frage entkam ihr, offen, ohne den Versuch, ihre innere überraschung zu verbergen.
?Tue ich erst dann, wenn du mit mir alleine redest.“ Seine Stimme vibrierte in ihrem Geist, ruhig, aber klar als Drohung formuliert. Emmanline presste die Z?hne so fest zusammen, dass ihr Kiefer schmerzte. Wut brannte ihr hei? in die Kehle. Erstens, weil er einfach in ihren Kopf eingedrungen war... ohne Erlaubnis, ohne Vorwarnung. Zweitens, weil er sie nun erpresste. Er h?tte m?chtig genug sein k?nnen, um das zu k?nnen. Er war ein Drache, alt, gef?hrlich, gefürchtet. Aber… warum hatte Emmanline das Gefühl, dass mehr dahintersteckte? Und warum zum Teufel war sie neugierig darauf zu wissen, wie und warum er das getan hatte? Oder war das einfach eine seiner Taktiken? Wollte er sie wieder hineinziehen, wieder einwickeln, wieder kontrollieren? Alles wurde ihr zu viel. Emmanline sollte gehen. Sofort. So weit weg wie m?glich. Doch er sprach einfach weiter... laut, klar, so dass jeder im Raum es h?rte: ?Au?erdem schuldest du mir noch eine Erkl?rung. Vor allem, wie du es geschafft hast, mich da herauszuholen. Geschweige denn, was hast du ausgehandelt? Ich habe ein Recht darauf. Denn ich habe das Gefühl, es hat mit mir zu tun… oder schlimmer noch, mit meinem ganzen Volk.“
Seine Worte trafen sie mitten ins Herz. Er hatte Recht... zumindest teilweise. Emmanline hatte etwas mit der G?ttin vereinbart. Etwas, das sein Volk betraf und etwas, das ihn betreffen würde. Sie hoffte nur, dass er nicht ausrasten würde… oder dass sein Drache nicht wieder an die Oberfl?che sprang. Sie rang einen Moment mit sich selbst, mit ihren ?ngsten, ihrem Stolz… und ihrer Verantwortung. ?I... in Ordnung, ich rede mit dir.“ Ihre Stimme klang fester, als sie sich fühlte. ?Alleine, aber nur... wenn du dir endlich auch was anziehst.“ Sie hob das Kinn. ?Und auch nur, wenn du dort stehen bleibst, wo du stehst. Sonst gehe ich.“ Emmanline sprach laut, damit jeder im Raum es h?ren konnte... damit sie Zeugen hatte, falls etwas schiefging.
?Einverstanden.“ Der Drache gab sofort nach und das machte Emmanline stutzig. So schnell nachzugeben war ungew?hnlich... und weckte sofort ihre Vorsicht. Sie musste aufpassen.
?Bist du dir sicher, Elfe?“ Der Bruder des Drachen trat einen kleinen Schritt zur Seite, sein Blick unver?ndert scharf.
?Ich denke, das ist keine gute Idee, Emmanline.“ Erst jetzt bemerkte sie die Anwesenheit von Aiden. Seine Stimme war ruhig, aber fest, w?hrend er an der Tür stand, bereit, sofort einzugreifen, falls der Drache ihr wehtun würde. Emmanline selbst konnte ihm nicht in die Augen sehen... noch immer spukte die Erinnerung an die Szene in ihrem Kopf, als er gestand, was er für sie empfand.
?Nein, bin ich mir nicht.“ Sie gestand es offen, aber daran ?nderte sich nichts. Sie würde bleiben. Nach einem kurzen Schweigen verlie?en sie alle den Raum. Dass dies überhaupt geschah, wirkte fast wie ein Wunder. Doch als die Tür hinter den anderen zufiel, blieb Emmanline allein mit dem Drachen, der nun vor ihr stand und ein unerkl?rlicher Druck legte sich über die Luft. Es war nicht nur seine k?rperliche Pr?senz. Es war diese Art von Autorit?t, die er ausstrahlte... die klare, unmissverst?ndliche Dominanz eines Anführers. Kein Wunder... Er sollte einmal der Herrscher seines Volkes werden. Und auch jetzt, nur durch sein stilles Stehen, war deutlich, warum. Selbst wenn er nur nackt dastand.
Obwohl er mit ihr reden wollte, starrte er sie einfach nur an. Immer wieder. Unabl?ssig. Jedes Mal fühlte sie sich, als s??e sie in einem Glas... ein Insekt, hilflos, beobachtet und ausgeliefert. Doch sie beherrschte sich, zwang sich, keine Regung ihrer inneren Unruhe zu zeigen. Langsam bewegte er sich, als er zu seinem Schrank ging und sich eine enge schwarze Hose überstreifte. Keine Unterhose... kein Oberteil... als würde das allein genügen.
?Ich musste die G?ttin überzeugen, dich frei zulassen.“ Ihre Stimme war ruhig, kontrolliert, w?hrend sie begann zu erz?hlen. ?Es war nicht einfach. Egal, was ich gesagt oder getan habe... es war nie endgültig. Ich konnte keine Versprechen geben. Letztlich war es eure Entscheidung.“
Luciens Augen verengten sich zu Schlitzen. Sein Blick bohrte sich unabl?ssig in sie hinein, lie? sie keinen Moment lang los. ?Emmanline, was hast du getan?“
Ein kurzer, scharfer Schluck. Ein tiefer Atemzug. Emmanline wusste, dass sie die n?chsten Worte mit aller Ruhe, mit aller Pr?zision w?hlen musste. ?Dieser Engel… in deiner H?hle… sie sagte, dein Vater h?tte so einen Art Pakt mit den Engeln ausgehandelt. Dort habe ich angesetzt.“ Sie schluckte erneut, lie? ihre Stimme ruhig erklingen, w?hrend in ihrer inneren Spannung wie Eis wuchs. ?Wenn ein erneuter Krieg ausbricht, wer würde wirklich darunter leiden? Wer würde den gr??ten Schaden nehmen? Was würde danach geschehen? Sag es mir.“ Sie sahen ihn direkt an... ohne Angst, ohne Emotionen. Nur K?lte, die von ihr ausging, eine kontrollierte H?rte, die selbst den Drachen unruhig werden lie?. Und trotzdem, tief in ihrem Inneren, pochte die Sorge, dass er diese K?lte als Herausforderung sehen würde.
?Mein ganzes Volk würde darunter leiden und der Krieg würde so lange andauern, bis der Letzte gefallen ist. Egal, von welcher Seite.“ Er sprach mit rauer Stimme, doch als er ihre hochgezogenen Augenbrauen bemerkte, wusste er sofort, worauf sie hinauswollte. ?Verflucht…“, knurrte er wütend, als der Gedanke ihn traf. Dann besann er sich und verteidigte sich hastig: ?Die Jungen und die Mütter w?ren in Sicherheit. Wir haben Vorsicht walten lassen und vergessen die Schw?cheren nicht.“
Emmanline lie? sich davon nicht beirren. ?So sicher, dass es einen Ort gibt, der hundertprozentig sicher ist? Die Schw?cheren sind immer die Ersten, die leiden.“ Ihre Stimme blieb ruhig, monoton, schnell analytisch, w?hrend jeder Satz wie ein Schlag traf.

