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27. Lucien

  Es war unglaublich, wie Emmanline sich an ihn schmiegte, als ihr K?rper l?ngst entschieden hatte, was ihr Verstand noch zu leugnen versuchte. Lucien war überw?ltigt, nicht nur von ihrem Duft, der wie ein stummer Befehl auf seine Sinne wirkte, sondern von der Kunst, wie sie auf seine Erregung reagierte. Sein K?rper handelt l?ngst instinktiv. Der Drang, sie zu besitzen, sie zu berühren, zu schmecken, er war überw?ltigend. Noch nie hatte er so ein Verlangen verspürt.

  Vielleicht bemerkte Emmanline selbst gar nicht, wie fest sie sich an ihn klammerte, als fürchtete sie, er würde sich von ihr l?sen. Doch das war ausgeschlossen. Jeder Teil seines Wesens sehnte sich nach ihrer N?he. Ihre dekorative Gestalt schmiegte sich perfekt an seinen kr?ftigen K?rper und obwohl er befürchtete, sie mit seiner Kraft zu erdrücken, schien sie nichts dagegen einzuwenden. Kein Laut, kein Widerwort kam über ihre Lippen, im Gegenteil. Es schien, als gefiele es ihr, ihm ausgeliefert zu sein. So sehr sie sich verbal auch dagegen wehrte, ihr K?rper sprach eine andere Sprache und er h?rte genau hin.

  Es war ihm inzwischen gleichgültig, was sie sagte, der Hunger in ihm war zu gro?, um ihn zu ignorieren. Lucien liebte sie. Mehr, als er je eine Frau begehrt hatte. Mit jeder Sekunde verlor der gestohlene Rubin eine Bedeutung, rückte immer weiter in den Hintergrund zurück. Stattdessen trat sie in den Vordergrund, diese r?tselhafte Frau, die alles in ihm auf den Kopf stellte. Wie hat sie das nur mit ihm gemacht? Er war Lucien De la Cruise, ein Drache, dessen Name mit Furcht geflüstert wurde. Ein R?cher, unbarmherzig und stolz auf seinen Ruf. Jeder, der es wagte, ihn hinterzugehen oder anzugreifen, bezahlte dafür. Und doch... bei ihr br?ckelte die Fassade. Lucien wollte sie wie jeden anderen behandeln, wollte hart bleiben, unnachgiebig, aber es gelang ihm nicht mehr. Nicht, seit Aiden ihm erz?hlt hatte, was sie durchgemacht hatte. Nicht, seit er wusste, in wessen Klauen Emmanline gewesen war.

  Culebra.

  Allein der Gedanke an diesen Namen lie? in ihm ein wildes Feuer auflodern. Was hatte dieser Bastard ihr angetan? Lucien wollte es gar nicht genau wissen, weil ein Teil von ihm sich dagegen str?ubte, sich damit zu besch?ftigen. Doch ein anderer Teil... dieser Teil wollte ihn finden. Ihn zerrei?en. Ihm jeden einzelnen Schmerz zurückgeben... doppelt, dreifach. Ohne Gnade und das, obwohl er sich einreden wollte, dass es ihm gleichgültig sein müsste. Dass sie ihm gleichgültig war, aber das war diese Elfe nicht. Nicht einmal ansatzweise.

  Diese Frau roch so gut, dass Lucien sich wie berauscht fühlte. Ihr Duft brannte sich in seine Sinne, setzte sich in seiner Nase fest. Er konnte einfach nicht genug davon bekommen. Es machte ihn atemlos, als müsste er die Luft anhalten, nur um diesen bet?renden Geruch so lange wie m?glich in seinen Lungen zu behalten und erst ihre Lippen… sü? und doch feurig. Ein leichtes Knabbern genügte ihm nicht, l?ngst nicht. Ein forderndes Zwicken entlockte ihr einen erschrockenen Keuchlaut. Genau in diesem Moment, als Emmanline nach Luft schnappte, nutzte Lucien die Gelegenheit, drang mit seiner Zunge in ihren Mund und sog ihren Geschmack gierig in sich auf. Ihr St?hnen best?tigte ihm nur, wie sehr er sie begehrte.

  Vorsichtig erkundete Lucien Emmanline mit seiner Zunge, tastete sich Schritt für Schritt vor, aber diesmal jedoch mit Bedacht. Nicht wie zuvor, als seine Ungeduld ihn geleitet hatte. Jetzt begann er zu verstehen. Ihre Reaktionen und die pl?tzliche Panik, es waren keine flüchtigen Gesten, sondern Spuren einer Vergangenheit, die tiefer reichte, als er vermutet hatte. Eine Gefangenschaft wie ihre konnte nur dunkle Erinnerungen und Spuren heraufbeschw?ren. Erinnerungen, die er nicht kannte. Lucien wollte nicht, dass sie sich ihm erneut entzog. Nicht diesmal. Doch sich zu zügeln, ihr Raum zu geben, kostete ihn mehr Kraft, als er je für m?glich gehalten h?tte. Jeder Herzschlag brannte vor Verlangen, jeder Atemzug wurde schwerer, je l?nger er sich ihr nicht vollends hingab. Ihr zu widerstehen war eine Prüfung... eine fast unm?gliche.

  Behutsam. Langsam. Wie ein Mantra flüsterte Lucien es sich in Gedanken zu. Immer wieder. Behutsam. Langsam.

  Ein zarter Kontakt seiner Zunge lie? Emmanline zusammenzucken. Was würde erst geschehen, wenn er wirklich ernst machte? Die Vorstellung reizte ihn, doch Lucien hielt sich zurück. Noch. Es war eine Qual, aber eine, der er sich hingab. Ihre Mundh?hle zu erkunden wurde zu einer Entdeckungsreise, einem Spiel aus Hitze und Sehnsucht. Er h?tte nie gedacht, dass er noch erregter, noch h?rter werden konnte, aber sie belehrte ihn eines Besseren. Die Spannung war kaum noch auszuhalten. Am liebsten h?tte er sie einfach auf das Bett gedrückt, Besitz von ihr ergriffen, sich genommen, was er wollte und wonach er lechzte. Genau das war doch von Anfang an sein Plan gewesen, oder nicht? Wenn Emmanline sich ihm nur einmal hing?be, würde er sie fallen lassen. Und doch… tat sie es nicht. Sie wehrte sich und gerade das machte sie für ihn nur noch reizvoller. Der Jagdinstinkt erwachte in ihm. Sie zu fangen, mit ihr zu spielen, war zu einem süchtig machenden Spiel geworden.

  Stolen novel; please report.

  Es war seltsam. Normalerweise interessierte ihn mehr das Aussehen, der K?rper, die Ausstrahlung. Doch bei ihr war es anders. Diese kleine Elfe in seinen Armen hatte ihn allein mit ihrem Duft um den Verstand gebracht. Ein warmer, sonniger Duft, weich und einhüllend. Sein innerer Drache suhlte sich f?rmlich in diesem Gefühl, erinnerte sich an hei?e Sommertage auf sonnengew?rmtem Gestein. Es war ein Duft, der beruhigte. Der entspannte. Der ihn verwirrte.

  Seine Hand, die in ihrem Nacken gelegen hatte, glitt tiefer. Lucien wollte sie berühren. überall. Der Gedanke daran, wie Emmanline wohl nackt aussah, trieb ihn fast in den Wahnsinn. Er wollte sie schmecken, lecken, küssen, überall kleine feurige Bisse auf ihr zarten blassen Haut hinterlassen. Sie ganz für sich entdecken und er wusste, wenn er es jetzt nicht tat, würde er sich dafür verfluchen. Doch dann... ein Zucken. Lucien ignorierte es, strich über ihren Rücken, tiefer und wieder ein Zucken. Ein kleines Wimmern entglitt ihr zwischen den Lippen.

  Er hielt inne. War das ihre Lust? Oder etwas anderes? Lucien l?ste sich von dem Kuss, runzelte die Stirn verwirrt. Ihre Augen waren noch geschlossen, der Atem ging sto?weise. Ihre Lippen waren ger?tet und geschwollen. Erst als Emmanline merkte, dass er innehielt, ?ffnete sie die silbrigen Augen. Nur einen schmalen Spalt. Ihr Blick war verschleiert. Unergründlich.

  ?Was hast du?“, fragte Lucien rau. Seine Hand legte sich wieder in ihren Nacken, fest, besitzergreifend und wieder zuckte sie. ?Irgendwas ist mit dir. Hast du Schmerzen?“ Seine Stimme war durchdringend. Emmanline schüttelte z?gerlich mit ihrem Kopf und wich seinem Blick aus. Grund genug, ihrer Reaktion keinen Glauben zu schenken. Wut kochte in ihm auf. ?Du lügst. Sag es mir.“ Lucien lie? sie los, nur um sie besser sehen zu k?nnen. Sie schwankte leicht, als er sie auf die Beine stellte, beinahe w?re sie gestürzt. Er fing sie ab, führte sie zum Bett und setzte sie auf die Kante. Sie wirkte dankbar und das verunsicherte ihn. ?Bitte.“

  Das Entsetzen in ihrem Gesicht war fast greifbar. Ihre Augen schossen zu ihm hoch. Lucien hockte sich erneut vor sie hin. Ihr Atem beruhigte sich langsam, doch in ihrem silbrigen Blick lag noch immer Angst. Er musste l?cheln. Nicht sp?ttisch, sondern fast sanft. Diese Seite von ihm zeigte er nicht oft. Doch seine üblichen Befehle, sein Drohen… das prallte bei ihr einfach ab. Es beeindruckte sie nicht. Also musste er einen anderen Weg finden. Sanftmut. Für ihn ungewohnt.

  ?Du... du bittest mich? Warum?“ In ihrer Stimme lag reines Misstrauen.

  ?Ich sagte dir doch, wenn du unter meinem Schutz stehst, dann gilt das für alles, auch für deine Gesundheit. Also… würdest du es mir bitte sagen, Emmanline?“ Seine Stimme war ruhig, sein L?cheln bewusst gew?hlt.

  Ihr Blick verdunkelte sich. ?Sprich mich nicht mit meinem Namen an.“

  ?Tut mir leid, Emmanline“, provozierte Lucien es erst recht, indem er ihren Namen aussprach. ?Aber daran wirst du dich gew?hnen müssen.“ Er grinste frech. ?Du darfst mich übrigens auch Lucien nennen.“

  ?Nein“, erwiderte Emmanline kalt. ?Ich wei?, wer du bist. Ich habe von dir geh?rt, lange bevor ich dich traf. Als ich erkannte, wer vor mir steht, war mir alles klar.“ Sie ckte mit den Schultern.

  Lucien strich ihr federleicht über die Wange, eine Berührung, so sanft, dass sie ihn selbst überraschte. Er konnte dem Drang nicht widerstehen, ihre zarte Haut zu spüren. Es war schnell l?cherlich, wie sehr ihn allein dieser Wunsch bewegte. ?Sag mir bitte, wo du Schmerzen hast. Ich meine es ernst.“ Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. Kein Befehl, keine Drohung, nur ehrliche Sorge. Unter seiner Haut brodelte der Drache. Nicht mit Wut oder Gier, sondern mit einem ungewohnten Dr?ngen: Sei achtsam. Seien Sie vorsichtig.

  Zum ersten Mal in seinem Leben fühlten sie beide, Drache und Mann, etwas, das sich nicht benennen lie?. Etwas, das ihnen fremd und doch vertraut erschien. Eine Ahnung von etwas Bedeutendem. Es war weder Besitzgier noch blo?es Verlangen. Es war... mehr. Sie mussten verstehen. Mussten wissen, was dieses Gefühl war, das sich so unaufhaltsam zwischen ihren Herzen legte. Egal, ob es sich als etwas Gutes entpuppte oder sie beide ins Verderben riss. Lucien wollte den Ursprung dieser Intensit?t begreifen. Sobald er seine Antwort bekam, erst danach würde er eine Entscheidung treffen und was es für ihn weiterhin bedeutete. Nur befürchtete er, je weiter er in ihrer N?he war, würde diese Elfe seine Sinne stets mehr in Beschlag nehmen. Ohne Wenn und Aber. Dennoch z?gerte er gerade keinen Augenblick, diesen Weg einzuschlagen, selbst wenn er einen Rückzieher machen sollte. Seine Instinkte rieten ihm auf diesen Weg zu bleiben.

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