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7. Emmanline

  Ein gewaltiger Schmerz machte sich in Emmanline breit. Diese Hilflosigkeit und Demütigung. Wieso tat er ihr das? Was hatte sie ihm getan, dass er sie so erniedrigend behandelte? Das konnte doch nicht nur daran liegen, weil sie ihm diesen Rubin gestohlen hatte. Oder?

  Der Drache ignorierte jeden Protest von ihr und machte einfach weiter, w?hrend er sich st?hnend auf ihr rieb und sein eigenes Gelüste blind genoss. Sie war in seiner Umarmung auf dem Bett gefangen und unter seinem K?rper begraben. Seine Masse war doppelt so viel, wie das, was sie ma?. Emmanline hatte vor Angst angefangen, zu erzittern, und flehte vor Scham, weil sie das alles nicht zuordnen konnte. Auch wenn sie in ihrem Leben die Erfahrung mit Drachen gemacht hatte, war keiner von ihnen ihr in eine solche Machart nahe gekommen. Eher auf andere Art und Weise, aber nie so, sodass sie ihren eigenen K?rper nicht k?nnen. Ihr Leib fühlte sich fremd und als w?re sie jemand g?nzlich anderes. Darüber fürchtete sie sich am meisten, weil ihr K?rper Dinge tat, die sie noch nie empfunden hatte und ihr entglitt immer mehr ihre rationale Kontrolle. Es überforderte alle ihre Sinne. Auch als eine Hand an ihrem rechten Bein hinaufglitt, fühlte es sich an, als würde er eine Spur aus Feuer hinterlassen. Keuchend über dieses Empfinden, schob er zentimeterweise ihr hellblaues Kleid nach oben. Wollte sie das wirklich? Ihr K?rper schrie mit allem ja, aber ihr Verstand sagte nein, weil intensive Welten aufeinander prallten. Ihr Kopf explodierte kahl. Ebenso seine wilde stürmische Art des Drachen verst?rkte s?mtliche, als müsste sie sich ihm freiwillig hingeben. Aber im gleichen Atemzug wollte sie nicht so behandelt werden. Emmanline erkannte es in seinen goldglühenden Augen, was sie in Wirklichkeit war. Sie war nur ein Objekt, an dem er alle seine seelischen Regungen stillen konnte. Dieser Mann sah sie nicht direkt an und wer sie eigentlich war. Ein Wesen mit eben den gleichen Gefühlen. Sollte dieser Mann weitermachen und es beenden, würde sie in einen tiefen Abgrund gestürzt werden und sie hatte keine Ahnung, ob sie je dort wieder herauskam. Es würde sie auf eine Verhaltensweise zerst?ren.

  Hei? fühlte sich sein Atem an ihrem Hals an und Emmanline musste sich beherrschen, damit sie sich nicht bewegte. Er war so nah an ihrer Kehle, wobei es ihm ein Leichtes w?re, es herauszurei?en. Mit nur einem einzigen Biss und diesen Schmerz wollte sie nicht empfinden und durchleben. Nun wurde es ihr deutlich, wie sehr sie die Beute war und er das Raubtier. Unmissverst?ndlich wollte der Drache dies vermitteln. Sie besa?en keine Klauen und Rei?z?hne, die messerscharf ihr Beutegut zerfetzen konnten. Sie wollten das Gefühl nicht verst?rken, aber als seine Z?hne an einer intensiven Stelle knabberten, schrie sie vor ungeahnten Empfindungen auf. Dieser Drache wollte sie nicht auf die brutale Art verletzen, sondern auf seine eigene Weise, ohne Blut flie?en zu lassen. Wieso auf k?rperlicher Ebene Schaden anrichten, wenn es auf geistiger Ebene effektiver war? Dies war angetrieben und furchtbar grausam.

  ?Bitte...h?r auf“, probierte Emmanline erneut wimmernd, aber der Drache lie? als Antwort nur sein Unterleib auf ihren kreisen. Sein Glied lag der L?nge nach auf ihrem Unterbauch und brannte sich durch ihren dünnen Stoff eine Spur. Ihr wurde stets hei?er, w?hrend sie ihm st?rker ihre Finger in die Haut gruben. St?hnend verlangte ihr K?rper unbewusst nach mehr. Sein amüsierendes Knurren vibrierte durch ihren ganzen Leib und erfühlte jeden Winkel in ihr, wobei sich eine unbekannte N?sse zwischen ihren Schenkeln bildete.

  ?Dabei spricht dein K?rper eine ganz andere Sprache“, lachte der Drache auf und es ?rgerte Emmanline, wie er schamlos mit ihr spielte. Ohne jegliche Gewissensbisse. Er spielte sein eigenes Spiel und empfand pure Freude dabei. Sie hasste es aufs ?u?erste. ?Gib dich mir einfach hin und ich verspreche dir, du wirst ungeahnte Lust empfinden. Du wirst es nicht bereuen und danach werde ich dich nie wieder auf diese Art und Weise berühren. Du hast mein Wort“, raunte er ihr zu und sie würde nicht daran zweifeln, dass er ihr ungeahnte Empfindungen bescheren konnte. Vielleicht auch viele andere H?hen und Tiefen. Er würde keine halben Sachen machen und selbst wenn sie von all diesen Empfindungen überfordert war, weil sie nicht wusste, wohin damit. Und doch... nein, sie konnte ihm nicht vertrauen. Niemanden konnte sie vertrauen, au?er sich selbst und sie wollte sich treu bleiben.

  Ich habe es versprochen.

  ?Ich kann das nicht“, schüttelte Emmanline mit ihrem Kopf und erbebte sofort, als er mit seiner rauen Zunge über ihren Hals leckte. Genau die Stelle unter ihrem Ohr und sie schrie erneut auf und ihre Augen weiteten sich. Ihr Herz schlug wie eine schnelle Trommel und sie h?tte nie geahnt, das sie so empfindlich war. Ihr kompletter K?rper war mit einer G?nsehaut überzogen. Zitternd unter ihm liegend und darüber nachdenkend, wie sie ihm gerne entkommen wollte. Sogar wegschieben, aber dieser Mann war ein standhafter Berg und er fühlte sich auch so hart an, w?hrend ihre H?nde auf seinen stahlharten Muskeln lagen. Also was sollte sie tun? Sollte sie ihn gew?hren? Sollte sie sich wie eine Puppe hingeben, nur damit er ein Spielzeug für sich hatte? Egal ob sie sich am Ende ausgenutzt und schmutzig fühlte?

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  Langsam stützte der Drache sich auf seinen H?nden neben ihr ab und blickte mit leidenschaftlichen Augen auf sie herab. Seine goldenen Augen glühten f?rmlich und diese Gluthitze... sie konnte sich darin widerspiegeln sehen. Unm?glich. Es war magisch und nur dieser eine Blick galt allein ihr. Wieso wirkten auf einmal seine Gesichtszüge viel weicher und sanfter? So anmutig und einpr?gsam. Nicht mehr scharf und unheimlich wie zuvor. Seine Grausamkeit war wie weggeblasen. Dabei schaute Emmanline auf seine vollen Lippen, die zuvor ihre berührt hatten. Sie waren schwungvoll und ein verruchtes L?cheln lag auf ihnen. Einmal durfte sie davon kosten, wie wild und fordernd sie waren. Und... wenn sie ehrlich zu sich selbst war, dann gestand sie es sich selbst zu, es hatte ihr gefallen und das es ihr allererster Kuss überhaupt war. Ja, sie wurde zuvor noch von niemanden geküsst worden und dieser Drache stahl ihren ersten Kuss.

  Oh, dieser Kuss...

  M?gen alle G?tter ihr beistehen, Emmanline w?re beinahe in seiner Umarmung zerflossen wie hei?e Lava. Anders konnte sie es nicht beschreiben. Der Geschmack seines Eigens, der m?nnlich und herb gewesen war, konnte sie noch auf ihrer Zunge schmecken, als k?nnte er nicht verfliegen. Als wollten ihre Sinne ihn für immer verewigen. Voller Wildheit hatte der Drache sie in Besitz genommen und sein ganzes Sein hatte sie wie ein Mantel umhüllt. Ihr Verstand vernebelte sich zuerst, als es sich verabschieden wollte, und sie war nicht imstande gewesen, rational zu denken. Voller Erwartung, was vielleicht als N?chstes passieren würde und doch hatte sie sich gegen seine Anziehung gewehrt. Mit aller Macht, die sie besa?, denn sie hatte es nie freiwillig gewollt. Jedenfalls nicht so willenlos beeinflusst zu werden. Nie wieder wollte Emmanline sich erniedrigt fühlen, wie in diesem einen Augenblick, als er alles ohne ihr Einverst?ndnis nahm. Als würde er denken, alles geh?rte schon von Anfang an ihm. Genau das wollte Emmanline nicht, weil es sich von Grund auf an falsch angefühlt hatte. Sie w?re nicht anders als eine Marionette, w?hrend er die F?den in der Hand hielt.

  Aus diesem Impuls hatte sich ihr ganzes Wesen gegen ihn gewehrt und k?mpfte gegen den Drachen energisch an. Verrat und Ekel waren nur eine Begleiterscheinung, als sie ihn gebissen hatte, weil sie ihn unbedingt stoppen musste.

  Doch nun sah die Situation jetzt ganz anders aus, wie er über ihr ragte und sie mit diesen brennenden Augen anstarrte, als g?be es nichts anderes, als genau das Gleiche zu tun. Der Drache bekam ihr Interesse mit, weil er sie hochkonzentriert anschaute und er ebenfalls auf ihre Lippen blickte. Sie empfanden das gleiche Bedürfnis und verharrten sie doch in der Luft. Sie bekamen nicht genug Sauerstoff in ihren Lungen und mussten heftiger atmen. Ihr Brustkorb hob sich in raschen Zügen, w?hrend sich ihre Augen nicht verloren. Was war das für eine Spannung zwischen ihnen? Emmanline hatte das Gefühl, dass es um sie herum totenstill wurde und die Luft immer dünner wurde. Das Einzige, was sie wahrnahm, war ihr eigener donnernder Herzschlag, der in ihren Ohren dr?hnte und ihren beiden Atem, der hektischer ging. Ihr Puls raste unnatürlich schnell, war nicht mehr normal. Wie konnte er ihren K?rper und Verstand nur derma?en beeinflussen? Vor allem, was er ihr zuvor alles angetan hatte. Es dürfte ihr nicht egal sein. Nein, das durfte es nicht.

  Kurz vor ihrem Mund zischte der Drache schmerzhaft und fluchend auf. Ruckartig entfernte er sich von ihr und drückte seine H?nde fest gegen seinen Kopf. Seine Gesichtszüge verzogen sich qualitativ und er st?hnte auf, als sie zu einer heftigen Attacke wurden. Leicht taumelte er rückw?rts und konnte gerade noch einen festen Stand halten, indem er sich an einer der Bettpfosten festhielt. Schwei? bildete sich auf seiner komplett nackten Gestalt und sein schwarzes Haar hing wild in seinem Gesicht, w?hrend er den Kopf schüttelte und versuchte, den Schmerz abzuschütteln. Seine Augenlider waren fest aufeinandergepresst und er k?mpfte gegen etwas Unsichtbares.

  Emmanline konnte in der ersten Zeit nur in einer Starre das Geschehen verfolgen, bis sie realisierte, wo sie war. Schlagartig entfernte sie sich von ihrer Position und krabbelte rückw?rts, bis sie ans Kopfende des weichen Bettes stie?. Dagegen lehnte sie sich. Den Stoff ihres Kleides zog sie mit einem Ruck nach unten und bedeckte ihre Beine damit, die sie in einer sitzenden Haltung an ihren Oberk?rper drückte. Als k?nnte dies sie vor allem beschützen. Kein einziges Mal lie? sie den Drachen aus ihren silbernen Augen, weil sie befürchtete, es würde gleich wieder von vorne beginnen und dieses Ungewissen machte sie nerv?s. Absolut nicht zu wissen, was er mit ihr weiter anstellen würde und was ihr noch vor Unheil bevorstand.

  Was hatte er nur? Er schien wirklich unter heftigen Schmerzen zu leiden.

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