Lucien war schon eine ganze Weile in seiner Drachengestalt und segelte mit seinen riesigen Schwingen durch die Lüfte. Das Sonnenlicht flimmerte über seinen schwarzen Drachenschuppen. Wütende Emotionen brodeln in ihm und sterben über zwei Frauen. Einmal seine Mutter, die ihm seinen Spa? vermasselt hatte. Alles h?tte wunderbar laufen k?nnen und dennoch frustrierte ihn das Endergebnis. Er hatte jetzt in den Armen der Elfe gelegen und ihren warmen K?rpern genossen, die sich nach ihm verlangten, verzerrte. Doch stattdessen entfernte er sich immer weiter von seiner H?hle und somit auch von dieser verlockenden Frau.
Und das war diese zweite Frau, die seine Gedanken unkontrolliert beherrschte. Ein weibliches Wesen, das nicht geheimnisvoller sein konnte. Seit Lucien seine Behausung verlassen hatte, dachte er ununterbrochen daran, was er mit ihr h?tte anstellen k?nnen. Als Erstes hatte er sie solange geküsst, bis sie atemlos unter ihm lag und ihre Lippen von seinen geschwollen waren. Danach hatte er sie langsam und gem?chlich ausgezogen, damit er alles von ihr in sein Ged?chtnis brennen konnte. Sie würden vor ihm ausgepackt liegen, als w?re sie sein pers?nliches Geschenk. Lucien hatte in diesem Kleid diese perfekten Kurven erkennen k?nnen. Aber nackt? Deine zarte helle Haut betrachtet, verlockte ihn zu sehr und als er sie auf seinem Bett liegen sah... ein herrlicher Kontrast und dazu die Erscheinung, als würde sie leuchten. Doch sah Lucien hin genauer, war es wie eine Sinnest?uschung. Als w?re es nichts zu sehen. Es verwirrte und faszinierte ihn zugleich. Immer mehr verbrannte es in ihm und wollte alles berühren und erkunden. Was auch diese Elfe in sich verbarg, er würde ihr Geheimnis lüften. Er konnte geduldig sein und erwartungsvoll würde er weiterhin mit ihr spielen. Vorfreude packte ihn, verschwand aber schnell wieder, als er das Schloss seiner Familie erblickte. Pure Frustration keimte in ihm auf. Ihm blieb nichts anderes übrig, das Ganze über sich ergehen zu lassen und dorthin zurückzukehren, wohin es ihn zog. Dieser Anblick auf sein altes Zuhause weckte gute sowie schlechte Erinnerungen in ihm. Vor allem die mit seinem Vater, Raziz De la Cruise. Er war ein m?chtiger Anführer des Drachenvolks gewesen und würde immer noch herrschen, wenn er nicht von seinem eigenen jüngeren Bruder Shiraz verraten worden w?re.
Einfach alles hatte sich damals durch seinen Tod ver?ndert. Irgendwie war ein gro?er Teil der Drachen gespalten und ging ihre eigenen Wege. Vor allem hatte sein Vater ewige Loyalit?t geschworen. Sein ganzes Volk war auseinandergebrochen. Viele blieben an der Seite seiner Mutter Rhivanna und ihrer K?nigin. Doch sollte Lucien eines Tages an der Macht sein, so würde es sich ?ndern und er musste sich ihre Treue hart erarbeiten. Das war wichtig unter ihnen und würde er tun, sodass ihr Reich weiterhin bestehen konnte. Daher musste Lucien sich langsam dazu bewegen, weiter überlegene Wege zu finden, wie es machbarer Krieg und ein geeintes K?nigreich zu schaffen. Für alle. Selbst wenn er im Geheimen schon einiges aufgebaut hatte, lag trotzdem noch viel vor sich und war ihn stark besch?ftigte sowie Sorgen bereitete.
Gerade landete Lucien auf dem Vorplatz und verwandelte sich in seine menschliche Gestalt zurück. Kaum war er fertig mit seiner Verwandlung, wurde er von etwas wilden am Rücken angesprungen und klammerte sich fest. Er musste auflachen und dieser vertraute Duft war ihm mehr als vertraut. ?Ich freue mich auch, dich wieder zu sehen, meine kleine Malatya“, klang Lucien erfreut und schnappte sich das kleine Bündel auf seinem Rücken. Er setzte sie auf seine Hüfte und sie schlang vertrauensvoll ihre kleinen Arme um seinen Hals.
?Gro?er Bruder, ich habe dich schrecklich vermisst. Endlich kommst du wieder zu Besuch“, jammerte Malatya, w?hrend sie ihre Wange an seine schmiegte, weil sie es liebte, sich an seinen stoppeligen Bart zu reiben. Ja, sie war sein liebster Schatz unter seinen vielen Geschwistern und die Jüngste. Malatya hatte langes gelocktes schwarz dunkelblaues Haar, welches im Sonnenlicht schimmerte. Jeder Drache bekam die Farbe ihrer Haare als Schuppenpanzer und zeichnete sie dadurch in ihrem Element aus. Das bedeutete, durch ihr tief dunkles Blau geh?rte sie zu den Wasserdrachen. Eine sanftmütige und heilende Rasse. Ihre veilchenfarbigen Augen strahlten ihn warm und freudig an. Obwohl sie siebenundneunzig Jahre alt war, besa? sie die Gestalt eines Kleinkindes. In diesem Alter war jeder Drache noch ein Drachenwelpe. Da Drachen unvorstellbar alt werden konnten, dauerte ihre Kindheit auch dementsprechend zwei Jahrhunderte, bevor sie langsam ins Erwachsenenalter hineinwuchsen. Sie als jüngste, war das kleine Nesth?kchen in ihrer Familie. Gerade er hatte eine innige Verbindung mit ihr und sein Drache genoss dieses Wiedersehen.
?Na, ich habe die Befürchtung, du bist wieder vor deinem Unterricht geflohen“, hob Lucien fragend eine Augenbraue, w?hrend er sie tadelnd anschaute. Bildung war das Wichtigste unter ihnen.
?Ich wei? nicht, was du meinst“, blickte seine Schwester ihn unschuldig und mit vorgeschobener Unterlippe an. ?Linava wiederholt st?ndig das Gleiche. Dabei wei? ich doch schon alles und es ist so langweilig“, verschr?nkte sie mürrisch und brummig ihre kleinen Arme vor ihrem Oberk?rper.
Darauf lachte Lucien und weil er wusste, wovon sie sprach. Auch er war einmal jung gewesen. ?Ich wei?, aber das ist wichtig. Ich glaube, Linava hat sicher einen guten Grund dafür, weshalb sie alles wiederholt“, setzte er sie vor sich ab und nun reichte sie nur noch bis zur Hüfte. Sicher war Lucien noch nackt, aber unter Gestaltenwandler war es das natürlichste der Welt und sie waren damit aufgewachsen. Sie besa?en keine Hemmungen. Sei denn, sie befanden sich in einer bestimmten Phase, was meistens bei dem weiblichen Geschlecht vorkam.
?Aber wenn ich im Unterricht bleibe, verpasse ich dich und du bist dann wieder weg, ohne das ich dich sehen konnte, gro?er Bruder. Jetzt wo du endlich da bist“, wirkte Malatya bedrückt und blickte zu ihm hinauf. Diesen Drachenwelpenblick hatte sie überzeugend drauf.
?Ich verspreche dir, ich werde zu dir kommen und mich verabschieden, sollte ich wieder gehen“, ging Lucien neben ihr in die Hocke. Bei seinen Worten erhellte sich sofort das Gesicht seiner kleinen Schwester.
?Wirklich?“, l?chelte sie.
Lucien nickte ihr best?tigend zu. ?Ja, ich muss nur noch einmal zu Mutter und mit ihr reden. Sie wartet schon auf mich“, meinte er.
Da verzog sich das Gesicht seiner kleinen Schwester leicht und beugte sich etwas zu ihm hin. Dadurch das er noch in der Hocke war, war es ein Leichtes seinem Gesicht n?her zu kommen. ?Mama ist ver?rgert, also warne ich dich vor, gro?er Bruder“, flüsterte Malatya warnend und er sch?tzte ihre kindliche Geste der Fürsorge. Innerlich lachte Lucien und erw?rmte sein Herz. Dankend gab er ihr einen kleinen Kuss auf ihre Stirn und befahl, sie sollte sich wieder ihrem Unterricht widmen und so trennten sich ihre Wege.
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Lucien ging durch den Haupteingang und W?chter in schwarzen Schuppenkampfausrüstungen bewachten die Festung. Am Eingang standen breite Schalen, die mit Drachenfeuer erleuchtet waren und ein Symbol ihrer selbst bedeutete. Die Vorhalle überquerend und ein langer Korridor erstreckte sich vor ihm, der ihn automatisch zum Thronsaal führte. Mit gezielten Schritten ging Lucien den langen Gang entlang. Wohl bewusst, wie riesige Drachen aus Marmor links und rechts mit erhobenen Klauen die hohe Decke stützten. Ein Zeichen ihrer St?rke. Der Boden war mit Perlmuttfarbigen Stein in einem schuppigen Mustern gepflastert worden. Er wollte wahrhaftig nicht wissen, was dies an mühselige Arbeit und Zeit gekostet hatte. Dieses Schloss wurde in einem wertvollen und antiken Baustil erbaut und strahlte puren Reichtum aus. überall gl?nzten goldene Ornamente und funkelnde Gegenst?nde waren für das Drachenauge. Ihre Art liebten das Gl?nzende und Prunkvolle, warum sie auch horteten und einen unermesslichen Schatz besa?en.
W?hrend des langen Korridors führten viele Abzweigungen in andere Bereiche dieses beeindruckenden Bauwerks. Zu private Gem?cher, S?le und derart andere R?umlichkeiten. Ebenso zu Treppen, die in h?here Etagen führten. Dieser Ort war ein riesiges Zentrum und wer sich hier nicht auskannte, würde sich schnell wie in einem Labyrinth verlaufen.
Am Eingang des Thronsaals stand eine ihrer Bediensteten und hielt frische Kleidung in ihren H?nden, die sie ihm überreichte. Schwarz goldene Kleidung, die sich an seinen K?rper bequem schmiegte. Lucien zog sich dankend an und betrat, ohne anzuklopfen, den k?niglichen Saal. Er wurde ohnehin erwartet und seine Mutter wusste, dass er hier war. Als Erstes erblickte Lucien seine Mutter, die erhaben auf ihrem Thron sa? und sie erfüllte mit ihrer m?chtigen Pr?senz die komplette Halle. Sie hatte ihn sofort angeschaut, als er den Raum betrat. Ihr Blick war strafend und finster. Sein Blick wanderte weiter durch seine Umgebung und erkannte drei seiner Brüder und eine seiner Schwestern.
?Raus! Alle raus“, schrie die K?nigin mit autorit?rer Stimme und es echote an allen Ecken und Kanten wider. Keiner widersetzte sich ihrem Befehl und sie verlie?en den Saal. Lucien verstand und er musste bleiben. Seine Geschwister gingen mit mitleidigen und strafenden Blicken an ihm vorbei, bis er das bekannte Klicken der Tür wahrnahm. Alles, was hier besprochen wurde, würde an diesem Ort bleiben, weil Magie in das Mauerwerk eingewoben wurde, und kein Wort würde nach au?en dringen.
Seine Mutter kam mit nackten Fü?en vom Podest elegant hinabgeschritten und der wei?e seidige Stoff ihres engen Kleides schmiegte sich, wie eine Liebkosung um ihren schlanken K?rper. Sie war eine sch?ne Frau und Lucien wusste, woher Malatya ihr Aussehen geerbt hatte. Ebenso dieses dunkelblaue lange Haar, welches über ihren Rücken wallte und die gleichen violetten Augen. Ihre ?hnlichkeit war verblüffend und nur ihr erwachsenes Aussehen trennte sie voneinander.
Lucien senkte seinen Blick und er blieb an Ort und Stelle stehen, weil seine Mutter im Augenblick keine n?here Akzeptanz ertragen würde. Lucien konnte mit Leichtigkeit seine machtvolle Pr?senz den Raum füllen, aber beherrschte sich. Sie war die K?nigin und er musst sich unterordnen. Nicht nur wegen der Stellung, sondern auch, weil sie seine Drachenmutter war. Es war eine Sache der Ehre und Wertsch?tzung ihr gegenüber und keine Unterwürfigkeit, oder weil er sich sch?mte, etwas Dummes angestellt zu haben.
Vor ihm blieb sie stehen und knurrte wütend. ?Hast du den Verstand verloren?“, fauchte seine Mutter ihn an und bebte vor Zorn. ?Ein Engel in deinen Kerker zu sperren und dazu ihren Lichtstein zu stehlen?“, legte sie alles offen und das sie darüber wenig begeistert war. Ihr J?hzorn war greifbar. ?Ich wei? nicht, was in dich gefahren ist und ich dachte, dein Verstand arbeitet, Lucien, damit solche diffizile Probleme erst gar nicht auftreten. Wei?t du, was dein dummes nicht überlegtes Verhalten bewirkt hat?“, gab sie ihm einen Augenblick der überlegung, aber lie? ihn nicht viel Zeit, damit er Antworten konnte. ?Es k?nnte einen erneuten Krieg zwischen unseren beiden V?lkern ausbrechen. Dabei hatte dein Vater sich damals so sehr bemüht einen Waffenstillstand aufzubauen. Dies stand ohnehin auf wackeligen Beinen. Nur ein klitzekleiner Fehler und alles w?re zunichtegemacht, was je entstanden war. Dieser Packt reicht nun schon über fünfhundert Jahre und dein Fehlverhalten hat nun m?chtige Konsequenzen, Lucien“, fuhr sie pflichtbewusst und entrüstet weiter, als ihre Augenfarbe sich zu goldenen Drachenaugen umwandelten. Alle Drachenaugen waren glühend Gold. Emotionen tobten. ?Du wei?t, wie der Krieg zwischen uns war und welche Verluste wir erlitten haben oder welchen Schaden wir hinnehmen mussten. Wenn wir nicht diesen Pakt geschlossen h?tten, w?re kaum noch etwas von unseren beiden V?lkern übrig. Es blieb uns damals keine andere Wahl. Also nun sag mir, was hat dich zu solch einer Tat bewogen? Wurdest du bedroht oder angegriffen? Ich will deine Seite h?ren und verstehen“, verschr?nkte sie ihre Arme vor ihrem K?rper, w?hrend sich ihre dunklen violetten Haare um ihren K?rper schmiegten und zu der wei?en Kleidung einen enormen Kontrast abgaben.
Selbst voller Wut war sie eine ansehnliche und beeindruckende Frau. ?Ich kann selbst nicht einmal genau sagen, wieso ich es getan habe, Mutter. Ich hatte nur einen Rundflug gemacht und allein dieser Geruch des Engels hatte mein Blut zum Kochen gebracht. Gerade weil wir die blutige Vergangenheit miteinander hatten. Ich verstehe nicht einmal, warum sie sich überhaupt herabgelassen hatte, sich auf die Erde zu begeben. Dabei ist dieses, ach so hochn?sige Volk zu fein dafür, um auf der Erde mit anderen Wesen zu wandeln“, knurrte Lucien wütend darauf und weil er sich rechtfertigen musste. Sein Verstand hatte sich damals für einen Augenblick ausgeschaltet und hatte nicht rational gedacht. Als handelte er, ohne dabei gewesen zu sein, und dann war es zu sp?t. Genau wie... stockten kurz seine Gedanken. Dies waren auch die Worte der Elfe gewesen und weil sie sich an nichts erinnern konnte. In ihm herrschte ebenfalls diese Lücke der Unwissenheit.
?Das ist keine Entschuldigung für mich, Lucien“, schüttelte seine Mutter entt?uschend und missbilligend mit ihrem Kopf. ?Die ?ltesten der Engel hatten sofort meine Anwesenheit aufgesucht und mir darüber Bericht erstattet. Sie waren au?er sich vor Wut und ich kann es durchaus verstehen. Ich versprach ihnen eine L?sung zu finden.
?Du wei?t, ich werde zu meinen Taten stehen und den Bedingungen folgen, Mutter“, sagte Lucien entschlossen.
?Ja, und genau das ist das Problem. Schlie?lich darf dir nichts passieren und du darfst dir das nicht erlauben. Nicht mehr lange und du musst meinen Platz einnehmen. Nicht ich bin derjenige, der auf diesem Thron sitzen sollte, sondern du “, wandte sie ihr Augenmerk zum Thron hinauf. ?Du musst das Erbe deines Vaters antreten und kannst dich nicht die ganze Zeit vor deinen Pflichten drücken“, war Lucien durchaus bewusst. ?Unser Volk braucht seinen wahren K?nig zurück und die Drachen müssen wieder vollkommen vereint werden. ?Doch ich kann bald nicht mehr, Lucien“, fielen diese harten Worte, war Lucien schockiert und er sah es in ihren violetten Augen und welche Bedeutung es hatte. Er fühlte sich tief in sich drinnen und sein Drache brüllte auf.
Nein...

